3. Juli 2006

Wie wird man Christ? Oder wer ist Gott?

Posted in Uncategorized um 20:13 von thomassalomo


 

Es begab sich, dass ich mich mal wieder mit einer Kollegin vom Malteser Katastrophenschutz, in dem ich auch (mittlerweile Ehrenamtlich) tätig bin, unterhielt. Ich wusste, dass sie sehr gläubig ist,ich hatte zuvor den einen oder anderen Witz darüber gerissen – über Kirche usw. Doch irgendwann interessierte es mich, das Thema Glauben. Sie erzählte mir verschiedene Dinge von Gott und Jesus. Und irgendwie begann es mich zu faszinieren, vielleicht war es meine angeborene übergroße Neugierde. Jedenfalls ließ mich das Thema nicht los, und ich wälzte das Internet durch.

Und Stück für Stück faszinierte es mich mehr, so als hätte ein Virus des Glaubens mich ergriffen. Einige Wochen später war ich wieder bei uns im Malteser Stützpunkt. Da fragte ich die Kollegin, ob sie nicht mal Zeit hätte auf einen Kaffee. Ich sagte ihr auch, dass ich mehr über das Thema Glauben erfahren möchte. Da war sie „baff“ und ziemlich erstaunt, so nach dem Motto: Du hast doch sonst nur Witze darüber gerissen. Und so trafen wir uns zum Kaffee.


Ich eröffnete ihr, dass mich das Thema Glaube seit geraumer Zeit beschäftigte, und dass ich gern mehr darüber erfahren würde. Natürlich war Jesus mir ein Begriff. Auch dass er gekreuzigt wurde und auferstanden ist, wusste ich schon, nur die Zusammenhänge nicht. Sie erklärte mir die Bedeutung des Kreuzes als neuen Bund zwischen Mensch und Gott. Dass Jesus für unsere Sünden gekreuzigt wurde. Das Kreuz ebnet uns mit Jesus’ Tod den Weg zu Gott, sozusagen als Brücke. Sie erzählte mir auch, wie sie dazu kam und was es für sie bedeute, zu glauben. Dass sie aus ihrem Glauben Kraft schöpft, dass sie jemand führt und behütet. Und dass sie im Leitungsteam des EC (Entschieden für Christus)-Jugendkreises ist.

So lud sie mich dorthin ein. Ich hatte natürlich keine Ahnung, was ein Jugendkreis ist, geschweige was man da tut. Sie erklärte mir zwar, dass sie zusammenkommen, um Lobpreis (Lobpreis?) und Anbetung zu halten, und dass jemand eine Art Predigt hält und sie gemeinsam essen. Ok, essen kannte ich, aber Anbetung und Lobpreis? Zum Abschluss, kurz bevor ich wieder ging, beteten wir noch zusammen, jedenfalls sie. Mir schossen nur Fragen und Gedanken durch den Kopf. Hände falten? Wie betet man eigentlich? Nummer wählen, Freizeichen abwarten, los quatschen? Ich hatte keine Ahnung. Aber es faszinierte mich immer mehr. Irgendwie beschlich mich ein Wohlgefühl, etwas angenehmes und warmes gefunden zu haben, was ich schon ewig suchte.

Schon Jahre zuvor war ich indirekt auf der Suche nach Glauben. Jedenfalls beschäftigten mich Fragen, die wohl jeden heimsuchen. Wozu bin ich da?

Was mache ich hier? Wo zu der ganze Sch… Jedenfalls überlegte ich schon, ob ich mal mit einem Pfarrer oder Rabbi rede. Rabbi deswegen, weil bei mir um die Ecke eine kleine Jüdische Gemeinde ist – und das ziemlich unauffällig in einem Laden. Nicht, dass es mir aufgefallen wäre, dass dort eine Jüdische Gemeinde ist. Nein ich hörte es bei Deutschland Radio Berlin, ganz nach dem Motto: „Mit Deutschland Radio lerne ich meine Stadt, in der ich seit 25 Jahren wohne, kennen.“

Ein Jahr zuvor lernte ich einen Mormonen Pilger/Missionar kennen, oder besser gesagt, er mich. Ich war gerade auf dem Rückweg nach Erlabrunn (zu dem Kapitel später mehr), saß im Zug und träumte so vor mich hin. Na ja, ab und zu belausche ich Gespräche, bzw. man muss sie zwangsläufig mit anhören. Jedenfalls stiegen zwei Typen ein, groß Schlank piekfeiner schwarzer Anzug, gegelte Haare, Sunnyboy Face. Mir fiel ein kleines Schild an ihrem Sakko auf, schwarz mit weißer Schrift. Ich erinnerte mich, dass ich das schon des öfteren gesehen hatte. Ich dachte an Vertreter für irgendwelchen Klimbim. Nach einer Weile muss wohl einer der Typen mitbekommen haben, dass ich ihn musterte und sprach mich auf Englisch-Deutsch an. Ich dachte erst, der Typ macht mich an. Er fragte: Woher kommst du, wohin gehst du, bist du oft unterwegs. Nur gut, dass es ein Regional-Express war und der keinen Speisewagen hatte, sonst wäre ich noch auf einen Kaffee eingeladen worden. Jedenfalls erzählte ich ihm, dass ich aus Dresden komme und nach Erlabrunn unterwegs bin. Ich sagte im nur nicht, dass ich da zurück vom Ausgang aus einer stationären Psychotherapie war, geht ihn ja nichts an. Er erzählte mir, er sei auf Mission als Mormone unterwegs. Dies sollen alle jungen Mormonen-Männer machen. Und er erzählte mir von sich und dass er aus den USA kam. Was ich schon krass fand: Collage fertig und auf Missionsreise gehen – und alles selber finanzieren. Wir plauderten noch ein wenig, bis sie dann aussteigen mussten. Zum Abschied gab er mir noch ein Buch mit dem Titel das Buch der Mormonen. Später begann ich das Buch zu lesen, dass es einen Typ in den USA gegeben hat, der irgendwelche Steintafeln fand? Irgendwie so, ich weiß noch, dass mich dieses Buch weder faszinierte noch ansprach.

Ein paar Wochen, nachdem ich mich mit meiner Kollegin vom Malteser Katastrophenschutz zum Kaffee traf, ging ich zum Jugendkreis. Nach meiner Art bin ich natürlich mal wieder zu spät gekommen, ich konnte ja nicht ahnen das die pünktlich anfangen. Ich selber bin eine zeitlang in linken Kreisen um herstolziert, da ist Pünktlichkeit nicht gerade eine Tugend. Gut, es waren nur zehn Minuten.


Ich betrat den Raum. Man saß in einen Viereck (ähnlich wie beim Morgenkreis im Kindergarten). Ich suchte meine Kollegin, fand sie auch und suchte mir ein Stuhl und setzte mich. Nach dem die Leute (meist junge Leute nicht älter als 22-23, dachte ich zumindest) ein, zwei Liedchen sangen, bekam ich eine Begrüßungkarte mit dem Text… ok, ich finde gerade die Karte nicht mehr. Noch nie zuvor bin ich so herzlichen, warmen und freundlichen Menschen begegnet. Viele sprachen mich während des Essen’s an und interessierten sich für mich. Nun, die Lieder waren zwar neu. auch das mit der Anbetung und dem Lobpreis, wobei es sich da um Lieder handelt, mit denen man Gott ehrt und dankt. Auch musste ich mir ein paar mal während der Predigt die Bibel aufschlagen lassen. Bei hundertden von Kapiteln den richtigen Absatz zu finden, das dauert. Mittlerweile habe ich den Jugendkreis lieben und schätzen gelernt und möchte ihn nicht missen. Schon allein der netten Freunde wegen. Auch wenn mittlerweile die Kollegin den Jugendkreis verlassen hatte, bin ich ihr sehr dankbar, dazu gekommen zu sein. Durch sie wurde vielleicht
die Grundlage meines Glauben gelegt, danke Doro.


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