23. Oktober 2009

Denkschrift

Posted in Denkschrift, Kommt Zeit kommt Rat, Neue um 21:04 von thomassalomo


Denkschrift

Warum sollen Christen Politisch handeln?

Von Th. Salomo


Immer wieder stelle ich mir die Frage, sollen Christen sich Politisch engagieren? Sich also in politische Dinge einmischen, oder sich gänzlich heraus halten und sich ganz auf die Nachfolge Jesus zu konzentrieren??
Ich sage, gerade Christen sollen und müssen sich Politisch engagieren, also gegen bestehendes oder aufziehendes Unrecht kämpfen. Dietrich Bonheffer schrieb in seinen nicht mehr fertig gewordenen Buch: „ Weil es Jesus nicht um die Verwirklichung neuer ethischer Ideale also auch nicht um seine eigenes Gutsein sondern allein um die Liebe zum wirklichen Menschen geht, darum kann er in die Gemeinschaft ihrer Schuld eintreten… Aus seiner Selbstlosen Liebe, aus seiner Sündlosigkeit heraus tritt Jesus in die Schuld der Menschen ein , nimmt sie auf sich.“


Natürlich muss man sich bedingt schuldig machen. Denn unrecht lässt sich nie nur von aussen heraus kritisieren oder erst recht nicht beheben. Die Amerikaner haben in der Vergangenheit oft versucht von aussen heraus unrecht oder das was sie dafür halten weg zu Bomben und ein für sie angenehmes Regime einzusetzen, das hat nie funktioniert das sehen wir am Beispiel Afgahnistan oder Irak. Heißt das dass wir ein teil des Unrecht sein müssen um es zu beheben?

Keines Wegs! Wir müssen es aber verstehen und wissen wie es funktioniert. Es muss also ein direkter Bezug dazu da sein. Wenn Bonhoeffer also sagt das die gern behauptete Neutralität im Politischen Konflikten dann keine Neutralität ist , wenn sie bestehende Gewalt herrschendes unrecht de facto duldet. Ich sage wer sich heraus hält macht sich schuldig, schuldig an seinen Mitmenschen die von unrecht bedroht sind aber vor allem an den wohltun und taten Jesus. In der Justiz nennt man das Unterlassenehilfeleistung. Gerade Jesus hat durch seine Taten gezeigt das er sich gegen bestehendes Unrecht engagiert, z.B. die Sache mit der Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte. Oder die Sache in der Apostelgeschichte mit Saulus der später Apostel Paulus wurde. Das zeigt uns das gerade wir Christen gerade zum handeln gezwungen sind. Denn Paulus schrieb, was man als Ermunterung verstehen kann, (2.kor 4+5). „Setzt nicht die Waffen dieser Welt ein, sondern die Waffen Gottes.“ Also das Wort Gottes und sein Evangelium. Denn wahrer Frieden und Gerechtigkeit kann nur von Gott kommen. Zunehmende Ungerechtigkeit finden wir nicht nur in fernen Ländern wie Sudan, Somalia oder Iran China und andere Länder. Ungerechtigkeit finden wir auch zunehmend vor unserer Haustüre.  Wenn es um das aufweichen von Arbeitnehmer Rechten geht, oder bei dem Abbau von Sozialleistungen, oder dem verschärfen des Asylrechtes. Auch in unserem alltäglichen Handeln sind wir unrecht ausgesetzt. Bei Online Durchsuchung der Ermittlungsbehörden von verdächtigen Computer. Oder der Vorratsdatenspeicherung von Telefonnummern und Internetverbindungen. Jedes Telefonat jeder Klick im Internet kann zurückverfolgt werden. Dies wurde unter dem Deckmantel des Schutzes vor Terrorismus möglich. Doch wer sagt uns das diese Dinge nicht irgendwann gegen uns eingesetzt werden? Es gibt viele Beispiele in der Geschichte wo es so im nach hinein geschehen ist.

Doch was können wir tun wenn wir unrecht sehen? Es ist nicht gleich notwendig in eine Partei zu treten, oder einer Organisation beizutreten. Wenn man will gut, wenn nicht auch OK. Viel wichtiger ist es darüber zu reden, aufzuklären. Also die die Sprache derer verstehen, sollen denen es vermitteln und erklären. Engagieren heißt nicht zwangsläufig sich stundenlang Vorträgen zu widmen, es reicht auch aus mal eine Unterschrift für eine Petition zu geben, oder für das eine oder andere je nachdem ob es einen gefällt oder nicht zu unterschreiben. Engagement findet vor allem im kleinen statt, so zu sagen unter uns. Erst aus dem kleinen kann größeres entstehen. Erst wenn wir alle das unrecht erkennen können wir es beheben, gemeinsam,im Sinne Gottes.

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