26. September 2013

Das Dunkle im Sonnenschein

Posted in Uncategorized um 18:56 von thomassalomo


Das Dunkle im Sonnenschein

Trüb, Grau und kein Sonnenschein.
Der Sommer ist vergangen, das Dunkle kehrt nun Heim.
Und draußen sieht es genau so aus. Regen läuft hinab, an den Bäumen fallen die Blätter ab.
Alles stumm, alles schweigt, Stille macht sich breit.
Wo einst noch das pralle Leben herrscht, nun von Schwermut und Dunkelheit beherrscht.
Wo Freude einst den Tag erfüllt, nun Stille den Ton angibt.
Blätter geben sich ein Farbenspiel als Zeichen baldiges Vergehen.
Der kühle Wind weht ins Gesicht, als wollte er sagen, fühlst du dich?
Sehne den Sonnenschein entgegen, den Frühling erwartungsvoll herbei.
Lass bald zu Ende sein, die dunkle Zeit.

 

Advertisements

23. August 2013

Ein Guter Deutscher

Posted in Denkschrift, Durchschnitt, kommentar, Neue, Politik, Revolutionär, Uncategorized, Wandel um 22:07 von thomassalomo


Du bist ein guter Deutscher

 

Ich ,will ein guten Job.

Ich, will viel Geld verdienen

Ich, will Anerkennung, für das was ich mache.

Ich ,will Gesund bleiben.

Ich, will das meine Kinder die beste Bildung bekommen.

Ich, will zwei mal im Jahr in den Urlaub fahren.

Ich, will ein großes Auto

Ich, will ein großes Haus.

Ich, will viel Rente bekommen.

Ich, will Gesundheit.

Ich ,will immer das neuste Handy.

Ich, will das mein Verein deutscher Meister wird.

Ich, will das ein Deutscher Formel eins Weltmeister wird.

Ich, will keine Muslime.

Ich, will keine Asylbewerberheime in meine Nähe.

Ich ,will keine Überfremdung.

Ich, will keine Ausländer

 

 

Ja ,du bist ein guter Deutscher?

13. August 2012

Eine schöne Illusion

Posted in Durchschnitt, kommentar, Politik, Uncategorized tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , um 18:56 von thomassalomo


Eine schöne Illusion

Von Thomas Salomo

Vorstand beim NPD-Bundesparteitag 2006

 

Dresden- Nach dem das erste NPD Verbotsverfahren 2003 scheiterte gibt es immer wieder Vorstöße und Forderungen die NPD zu verbieten. Doch das Bundesverfassungsgericht hat hohe Hürden für ein Verbotsverfahren erlassen. Unter anderen dürfen und sollen keine V-Leute des Verfassungsschutzes in der Parteispitze sein.

Nun will man einen neuen Versuch unternehmen diese Partei zu verbieten. Denn die Argumente für ein Verbot scheinen klar zu sein. Die NPD sei eine undemokratische Partei, ihre Ideologie sei menschenverachtend, diese Partei schüre Antisemitismus und Ausländerhetze. Sie sei ein Sammelsurium für militante Rechte, unterstütze und fördere sogar Gewalt gegen Andersdenkende wie Linke, Homosexuelle und Religionsausübende verschiedenster Richtung. Das neuste Argument der Verbotsbefürworter wie etwas Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht : „Ich trete ganz entschieden für ein Verbot der NPD ein. Ihre Ideologie ist der geistige Nährboden für die Mörder der NSU-Terrorzelle“, sagte Lieberknecht der „Welt“. Es sei auch schwer erträglich, dass diese Organisation durch Steuermittel unterstützt werde, sagte Lieberknecht. Auch wenn es noch keine handfesten Beweise gibt, vermutet man einen direkten Zusammenhang zwischen den NSU Terroristen und der NPD, wenn auch nur ideologisch. Ein Nachweis darüber könnte in einem neuen Verbotsverfahren entscheidend seien.
Erst vor einigen Wochen wurde der Vorwurf bekannt das die NPD im sächsischen Landtag Gelder veruntreut. Der ehemalige niedersächsische NPD-Funktionär Andreas Molau hat den Verdacht bestärkt, dass die NPD in Sachsen illegal Fraktionsgelder in die Parteiarbeit geschleust und somit andere rechte Projekte wie etwa Kampagnen der Parteizeitung „Deutsche Stimme“ finanzierte. Dem Magazin Focus erklärte Molau, er sei nur zum Schein bei der NPD im sächsischen Landtag angestellt gewesen, in Wirklichkeit habe er Parteiarbeit geleistet. Genau so funktioniere die Parteienarbeit und die Strategie der NPD sagen Insider. Man lasse sich in einen Landtag wählen, um damit an öffentliche Gelder zu kommen, um andere Bereiche zu finanzieren. Nicht wenige vermuten, wenn die NPD nicht in den Landtag in Sachsen gewählt wurden wäre, hätte sie schon längst Insolvenz angemeldet.

Doch um was geht es eigentlich. Laut Bundesverfassungsgericht 2011 umfasst die rechtsextreme Szene in Deutschland 22.400 Personen in 225 rechten Gruppierungen. Zum rechtsextremistischen Spektrum zählen hauptsächlich subkulturell geprägte Rechtsextremisten, Neonazis einschließlich der „Autonomen Nationalisten“ sowie die NPD. Als gewaltbereit werden 9.800  Personen aufgeführt.  Die Mitgliederzahl der NPD ist mit 6.300 Personen weiter rückläufig. Im Klartext heißt das die NPD macht nur einen Anteil von 28% gemessen am gesamten rechten Spektrums aus.

Die alljährigen Zahlen des BVS zeigen die ganze Breite des rechten Spektrums, das um ein vielfaches mehr ist als nur die NPD. Die Partei selber steht zwar im Vordergrund des öffentlichen Focus, doch die Gruppen und Strukturen abseits der NPD bilden einen wesentlich bedeuterenden Anteil am Rechtsextremismus. Ein Verbot der NPD wäre für die rechtsextreme Szene kein großer Verlust, Erstrecht kein unüberwindbarer Schlag. Gerade im Bereich autonomer Rechter Gruppen und subkultureller rechter Gruppierungen spielt die NPD keine Rolle, im Gegenteil der Anteil derer die die NPD als solche Ablehnen ist gerade da groß. Im Bundesverfassungsgericht heißt es: „Der Rechtsextremismus stellt in Deutschland kein ideologisch einheitliches Gefüge dar, sondern tritt in verschiedenen Ausprägungen nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologieelemente und unterschiedlichen, sich daraus herleitenden Zielsetzungen auf.“ Ein Verbot der NPD bewirkt daher keinerlei ideologische Veränderung in der Szene.

Doch bei einen endgültigen Verbot der NPD wären die Folgen unabsehbar. Denn dann würde sich das in rechten Szene existierende Feindbilder des „demokratischen Staates“ der die „Herrenrasse“ und die „Völkischen Deutschen“ vernichten will noch weiter manifestieren. Im Kern heißt das, dieser Staat will uns nicht, dieser Staat und dieses System wollen uns (gemeint sind die Rechten) zerschlagen und zerstören.
Doch genau diese Argumente würden sich ins Gegenteil umwandeln. Vom „der Staat will uns vernichten“ wird ein „dieser Staat hat uns versucht zu vernichten“. Ein NPD-Verbot würde der Szene eine massiven Auftrieb verleihen, weil sich damit deren Argumentation bewahrheitet hätte. Dies würde eine massive Radikalisierung der militanten rechten Szene mit sich bringen. Dann würden die Täter der NSU als „Vorkämpfer“ umgedeutet. Eine erneute Bildung rechtsextremer Terrorgruppen ist dann nicht aus zu schließen. Damit würde es ein erneuten starken Anstieg von rechter Gewalt übergriffen geben.

Doch letztendlich ist ein Verbot der NPD nichts weiter eine schöne Illusion, das damit der Rechtsextremismus verschwindet und es keinerlei fremdenfeindliche Übergriffe mehr gibt. Doch leider weit gefehlt, ein Verbot stärkt die rechte Szene, die Ideologie bleibt in den Köpfen. Antisemitismus,  Ausländerfeindlichkeit bleiben erhalten. Die Nazis werden weiterhin Gewalttaten begehen, werden weiterhin versuchen in gesellschaftliche Strukturen zu gelangen, werden weiterhin Jugendliche für ihre Sache zu gewinnen.  Es werden weiterhin Ausländer und Andersdenkende verprügelt. Büros und Häuser angezündet. Das Verbotsverfahren ist reine Effekthascherei, gerade im Bezug auf die Bundestagswahlen 2013. Trotz eines Verbotes wird es weithin Nazis geben.

Satt darüber zu diskutieren wie man die NPD verbietet sollten wir uns überlegen wie wir Menschen mehr von den Grundgedanken der Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz überzeugen können. Die Energie wir in ein erneutes Verbotsverfahren stecken, wären in Präventions- und Exitprogrammen besser aufgehoben.

Quelle:

http://www.welt.de

http://www.verfassungsschutz.de/de/publikationen/verfassungsschutzbericht/

29. Februar 2012

Sommer- Liebe

Posted in Kommt Zeit kommt Rat, Neue, Uncategorized, Wandel um 16:47 von thomassalomo


Sommer- Liebe

Seh uns auf der Wiese liegen, sanft und zart an einander schmiegen,

nebst safigigen Grün der weiten Wies umhüllt uns die warme Sommerbriese.

Inmitten Margeriten und dem Löwenzahn seh ich den Antlitz deine Schönheit an.

Wer könnts mir verwehren? Inmitten des üppigen Blütenmeer, wo Bienen, Hummeln, Korn und Ähren, kräfig wachsen und sich vermehren, als täten sie es dir zu ehren.

Der Sommer sei gepriesen!

Der Wind fährt zart dir durchs Haar, auch Weiden wiegen sanft im Wind,

kein heute und kein Morgen, steh still oh Zeit, ich wills genießen. So ewig weit ist doch die Welt, warum bliebst du mir so lang verborgen.

Voller Genuss genieß ich es neben dir zu liegen, dein sanfter Atem scheint,

die Weiden sanft im Takt zu wiegen.

Doch, oh weh! Dunkle schwarze Wolken, Blitz und Donnergroll drohend unheilvoll.

Rasend schnell wird aus dem sanften Wind ein Orkan, Regen peitscht mit Hagel nieder.

Die Wiese ein einzig Regenmeer, seh dich auch nicht mehr!

Sprangst auf, nun nicht mal ein Schimmer mehr von dir, wo bist du nur, wo bist du nur?

Leise höre ich mit Donnergroll vermischt deine Stimme, verstehe dich nicht, was willst du sagen?

Ruf dir zu, du hörst mich nicht, verstand ich wohl falsch?

Nun bist wohl fort in der Fremde, hoffe nur das sich uns Herzen nicht trennen.

Lauf auf und ab um dich zu suchen, doch find dich nicht. War das alles nur ein Traum?

Sehe, wie sich wieder die Weiden sanft im Winde wiegen, im Herzen die Erinnerung,

seh uns auf der Wiese liegen, sanft und zart an einander schmiegen. In Gedanken sehe ich dich,

und ruf dir zu ich Liebe dich. Würde so gern wieder bei dir sein, behutsam dich auf Händen tragen. Unsere kleine Welt mit dir Erkunden, hätte ich dich doch schon gefunden.

Jeden Wunsch würd ich dir erfüllen ob groß oder klein, nur um bei dir sein.

Mein herz soll für dich ewig brennen.

Keine dunkle Wolken, kein Donnergroll und kein Orkan soll uns mehr trennen.

Thomas Salomo

30. Dezember 2011

Einfach ich

Posted in Uncategorized um 22:14 von thomassalomo


Ja, ich bin kein Mann von starker Natur, keiner der angibt,
keiner der auch mal die Stimme erhebt,

keiner der gern zeigt was er hat, was er kann,
was er ist, einer der auch mal weint wenn ihm danach ist, einer der oft nur denkt, selten spricht.

Jemand sagte mal ich sei zu unscheinbar, fiele kaum auf,
ja das bin ich. Ein Denker, ein Träumer, ein Stiller,
keine lauten Töne, kein Schriller.

Thomas Salomo

 

14. Januar 2011

Frau Hilflos von der CSU

Posted in Denkschrift, kommentar, Kommt Zeit kommt Rat, Neue, Politik, Uncategorized um 15:57 von thomassalomo



Quelle: Laurence Chaperon / Bundesregierung

Quelle: Laurence Chaperon / Bundesregierung

Frau Hilflos von der CSU

(Ein Kommentar von Thomas Salomo)

Der erneute Lebensmittelskandal um die dioxinverseuchten Eier wird für die Verbraucher und Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner zum Prüfstein und zum Zeugnis des versagenden Föderalismus. Der Stein des Anstoßes ist in die Futtermittelproduktion gelangtes, mit Dioxin verseuchtes Fett. Ein Futtermittelproduzent aus Niedersachsen hatte über einen längeren Zeitraum dieses in Futtermittel beigemischt und an Landwirte verkauft. Waren Anfangs nur Geflügelproduzenten betroffen sind es nun auch Schweinemastbetriebe. Doch was das Unternehmen veranlasst hatte, das zu tun, bleibt zwar spekulativ doch ein Aspekt könnte maximierte Gewinnerzielung gewesen sein.

Die Hersteller müssen immer höhere Rohstoffpreise akzeptieren. Dazu kommt noch ein globaler Konkurrenzkampf um Rohstoffe. Da bleibt nur wenig Platz für Gewinne. Schon seit Jahren beklagen sich Bauern, dass die Preise für Lebensmittel immer weiter sinken. Die Kunden, vor allem in Deutschland, wollen immer billigerere Lebensmittel. Dass Qualität, auch bei Lebensmitteln, seinen Preis haben muss, ist zwar vielen bewusst, doch bei Lebensmitteln scheint dieses Gesetz in Deutschland außer Kraft gesetzt. Gespart wird zuerst beim Essen. Nur wenige wollen mehr für ihre Lebensmittel ausgeben. Nur wenige sind bereit Bioprodukte zu fairen Preisen zu kaufen. Die breite Masse will weiter billig kaufen. Dem entgegen stehen die Erzeugerbetriebe, die immer mehr für Rohstoffe ausgeben müssen aber immer weniger für das Erwirtschaftete bekommen. Dass Unternehmen in Erscheinung treten, die mit schon fast krimineller Energie unreines, mit Dioxin verseuchtes Fett der Futtermittelherstellung beimischen, verwundert da kaum. Denn Produkte die schon länger auf dem Markt sind, werden nicht mehr durch Behörden überprüft oder kontrolliert. Diese Kontrolle obliegt den Unternehmen selber. Kontrolliert werden zwar landwirtschaftliche Betriebe der Tierproduktion, aber engmaschige, flächendeckende, regelmäßige Kontrollen gibt es kaum. Auch wenn die zuständigen Behörden die Lebensmittelüberwachung loben, zeigt diese große Lücken. Der Großteil der Betriebe in der Landwirtschaft wird nur einmal im Jahr, oder seltener, kontrolliert. Manche sogar nur im Zweijahresrhythmus. Denn für mehr Kontrollen reicht das eingesetzte Personal der Behörden nicht aus. Zuständig sind Lebensmittelüberwachungsämter und Veterinärämter der Landkreise. Doch die Landkreise, die bekanntlich unter enormer Schuldenlast leiden, haben schon in den letzten Jahren damit begonnen Personal abzubauen – auch im Lebensmittel und Veterinärbereich.

Doch der neue Lebensmittelskandal ist nicht der erste, der sich mit verseuchten Lebensmitteln beschäftigt. Wie auch bei den vorherigen Skandalen werden nun die Rufe nach besseren und strengeren Kontrollen laut. So verwundert es nicht, dass die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) – wie auch ihre Vorgänger – bessere Kontrollen fordert. Doch das erst nach starker Kritik der Opposition! Aigner wollte zuerst den Dialog mit der Futtermittelwirtschaft suchen um die Sicherheit in der Futtermittelkette erhöhen. „Die Futtermittelwirtschaft müsse nicht nur aktiv zur Aufklärung der Geschehnisse beitragen, sondern konkrete Vorschläge auf den Tisch legen, wie sich solche Fälle in Zukunft vermeiden lassen“ sagte Aigner gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Das klang nicht nur hilflos sondern auch konzeptlos.

Wie hilflos Aigner agiert, zeigt sich an zwei Beispielen: Aigner sah für Verkaufs- und Einfuhrverbote wegen des Dioxinskandals keinen Anlass. Keine zwei Tage später verboten China und Russland Einfuhren aus Deutschland. Händler warnten davor, dass andere Länder nachziehen könnten. Erst jetzt wollte die Ministerin ein Maßnahmenpaket entwickeln. Voller Stolz stellte die Ministerin dieses dann auch schon zwei Tage später vor.

Das Maßnahmenpaket umfasst einen Zehn-Punkte-Plan. Nach Vorstellung Aigners soll genau vorgeschrieben werden, was in das Futtermittel gelangen soll. Sie will auch schärfere Melde- und Kontrollpflichten für Futtermittel- und Tiermastbetriebe einführen. Diese sollen häufiger und vor allem regelmäßig kontrolliert werden. Diese Maßnahmen stehen im großen Gegensatz zu Aigners Aussagen von vor einer Woche. Da hielt sie die vorhanden Kontrollen als gut und ausreichend. Die Bundesregierung setze sich für strengere Regeln auf EU-Ebene in Form einer sogenannten Positivliste für Futtermittel ein. Die EU solle regeln, was im Futtermittel drin sein darf und was nicht.

Das von Bundesagrarministerin Aigner vorgestellte Maßnahmenpaket klingt sicher gut. Aber es soll vor allem zeigen, dass die Ministerin weiß, wo der Ausgang dieser Miesere ist. Sie wollte dem Vorwurf der Hilflosigkeit entgegen treten.

Doch dieser Zehn-Punkte-Plan verdeutlicht auch nur all zu gut die Hilflosigkeit der CSU Ministerin. Denn strengere und vor allem häufigere Kontrollen für die Futtermittelproduzenten kann sie kaum durchsetzten. Für die Kontrollen der Betriebe sind die Landkreise und Bundesländer zuständig. denen es bekanntlich an Geld und Personal fehlt. Aigner kann darauf keinen Einfluss nehmen.

Auch die neuen Vorschriften für Futtermittelproduzenten, die Positivliste, verschiebt Aigner gekonnt an die EU. Denn Aigner weiß nur zu gut, wie stark die Lobby der Bauern und Nahrungsmittelindustrie ist. Wenn das Thema Positivliste für Futtermittel auf EU-Ebene untergeht, ist es nicht mehr Aigners Problem.

Dass nun auch die Betriebe ihre eigenen Laboranalysen veröffentlichen und den Behörden zugänglich machen sollen, ist ein Affront. Weil die Landkreise kein Geld dafür haben, sollen sich die Betriebe sich selbst kontrollieren. Das ist eher ein Verzweiflungsakt. Ein besserer Schutz für Verbraucher sieht anders aus.

13. Januar 2011

Der schwarze Peter fährt Bahn

Posted in Uncategorized um 16:37 von thomassalomo


Der schwarze Peter fährt

Bahn

 

ICE Typ 2

Th. Salomo 2003

 

 

 

(von Thomas Salomo)


Wenn nun die Temperaturen wieder etwas steigen, werden sich auch die Sorgenfalten der Bahn-Manager wieder etwas glätten. Die Bahn, das ehemals Vorzeige-Staatsunternehmen, dass wie kein anderer Staatsbetrieb so oft als zukunftsweisend und modern präsentiert wurde. Lange Zeit war die Bahn das Aushängeschild für ein Modernes Deutschland. Die Bahn, ehemals Deutsche Bahn, galt seit ihrer Gründung als verlässlich und solide. „Die Bahn kommt“ war lange Zeit nicht nur Werbeslogan sondern Firmenphilosophie. Noch in den siebziger Jahren machte die Bahn damit Werbung, dass sie auch bei Eis und Schnee und harten Wintertagen immer und pünktlich fährt. Doch das ist 30 Jahre her.

Heute muss man bei harten Wintertagen froh sein, wenn die Bahn überhaupt kommt, voraus gegangen sind da schon meinst mehrere Stunden warten. Zugverbindungen wurden gestrichen, das Motto: pünktlich sein, weichte dem Slogan: Hauptsache ankommen. Nicht selten waren es gerade Intercity Express Züge, die auf offener Strecke liegen blieben. Die Ursache waren wie so oft vereiste Lüftungen und versagende Heizsysteme. Viele Strecken blieben Tage oder sogar Wochen lang gesperrt, weil Schneeverwehungen die Gleisanlagen unpassierbar machten. So blieb die Strecke Elsterwerda- Hoyerswerda in Sachsen fast 2 Wochen gesperrt. In Hoyerswerda setzte man statt Zügen Busse ein. Der eh schon spärliche Zugverkehr in Hoyerswerda, wurde durch einen noch spärlicheren Busverkehr ersetzt. Doch das ist kein Einzellfall, Bundesweit wurden Strecken kurzerhand stillgelegt oder nur stark eingeschränkt bedient. Gerade die Schneemassen machten der Bahn zu schaffen, theoretisch gäbe es Schienen-Schneefräsen. Aber für den gesamten ostsächsischen Raum, also von Dresden nach Hoyerswerda, Zittau, Görlitz, Chemnitz und Zwickau gibt es nur 2 Schienen-Schneefräsen. Dabei war Sachsen in diesem „harten Winter“ noch gut bedient, auf Rügen ging Zeitweise gar nichts mehr. Durch den höheren Wartungsaufwand der Züge seien nicht alle einsatzfähig, argumentiert die Bahn..

Doch was ist in den 30 Jahren passiert, in denen man einst mit harten Wintern warb und Verlässlichkeit und Robustheit demonstrierte?


Anfang der 90’er Jahre galt das Image der Deutschen Bahn als angestaubt und morbide. Die Züge waren teils veraltet und die Bahnstruktur galt lange als undurchsichtiger Beamten-Dschungel. Mit der Wiedervereinigung und dem Zusammenschluss der beiden deutschen Bahnen wurde auch der Kurs der Bahn verändert. Die Strukturen sollten moderner werden, weniger Personal, alles sollte flexibler und effizienter werden. Ein modernes und innovatives Staatsunternehmen sollte die Bahn werden. In nun 20 Jahren seit der Wende ist vieles passiert nicht nur im Osten. Die Bahn setzte auf Schnellfahrstrecken, es galt die Devise: „Höher, schneller, weiter.“ Städteverbindungen zwischen den großen Metropolen sollten die Zukunft sein. Bessere Anbindung der großen Städte wie etwa München, Köln, Frankfurt am Main, Hamburg oder Berlin. Mit der Schnellstrecke von Köln nach Frankfurt braucht man nun weniger als eine Stunde im komfortablen und hochmodernen ICE 3. Die Strecke, die der Inbegriff des modernen Reisen ist. 180 Km lang, die mit bis zu 300 Km/h befahren werden könnte. Die Kosten von ursprünglich 1,25 Millionen Euro wurden mit 2,6 Millionen verdoppelt. Für eine Strecke die nur von ICE Zügen befahren wird.

Auch im Osten wurden Bahngroßprojekte vorangetrieben. Wie etwa der Leipziger City Tunnel. Der Tunnel, der direkt die Leipziger Innenstadt durchquert ist knapp drei Kilometer lang und soll ausschließlich für den S-Bahnverkehr sein. Ein Zukunftsprojekt für Leipzig und die Region, hört man von Bahnvertretern und Politikern. Auch die Kosten, sie scheinen zukunftsweisend. Im Jahr 2002 veranschlagten man Kosten von 571,62Millionen Euro. Seitdem verkündet man jedes Jahr einen neuen Kostenanstieg. Rechnete man 2006 mit Gesamtkosten von 585 Millionen Euro, waren es 2010 schon 960 Millionen Euro und der Bau ist noch lange nicht fertig. Die offizielle Fertigstellung ist mit 2013 angegeben.

Auch bei dem Bahnprojekt Stuttgart 21 rechnet man jetzt schon mit einem Anstieg der Kosten im zweistelligen Milliardenbereich und der Bau hat noch nicht einmal angefangen.

Doch nicht nur überdimensionierte Bauprojekte scheinen die Bahn zu belasten, auch der geplante und abgesagte Börsengang setzte dem Unternehmen zu. Die Bahn sollte „Fit“ gemacht werden für den Börsengang um ausländische Unternehmen und deren Kapital zu locken. Die Bahn wollte zu einem der führenden Transportunternehmen Europas werden. Das heißt Verschlanken, Rationalisieren und Einsparen. Gerade im Service wurde massiv gespart. Fahrkartenschalter an kleineren Bahnhöfen wurden geschlossen und durch Automaten ersetzt. Fahrkartenschalter gibt es nun nur noch an größeren Bahnhöfen. Auch der Verkauf von Fahrkarten im Zug wurde eingeschränkt, da sollten die Kunden eine Gebühr zahlen.
Auch im technischen Bereich hat die Bahn eingespart. Instandhaltungswerke wurden geschlossen oder zusammengelegt. Die Gewerkschaft Transnet/ GbDa wirft der Bahn sogar vor, die Wartungsintervalle zu großzügig ausgelegt zu haben. Tausende Bahnarbeiter im technischen Bereich wurde entlassen oder in Zeitarbeitsfirmen ausgegliedert. Mit dem geplanten Börsengang wurden wichtige Investitionen in Züge, Wagons und Lokomotiven verschoben oder ganz gestrichen.

Doch die Folgen sind jetzt schon spürbar. Unrentable Strecken wurden und werden entweder eingestellt oder privaten Verkehrsunternehmen überlassen. Auch das Taktangebot auf Regionalbahn- und S-Bahn-Strecken wird kontinuierlich herabgesetzt. Wo noch vor 10 Jahren ein Zug hielt donnern die Züge nun vorbei. Auch unrentable Fernverbindungen wurden eingestellt oder ausgedünnt. Noch nie waren Fahrpläne so engmaschig, so gestrafft wie heute. Die Fahrpläne sind „auf Kante genäht“, da passe kein Blatt dazwischen. Störungen sind in den Fahrplänen nicht vorgesehen, erst Recht kein Winter. Die Folgen, gerade an größeren Knotenpunkten, sind Verspätungen die sich wie ein roter Faden ziehen. Kommt z.B. ein ICE in Frankfurt am Main zu spät, haben in deren Folge mindestens drei Züge ebenfalls Verspätung.

Doch die Bahn ist immer noch ein Staatsunternehmen, das heißt nicht die Bahn Konzernspitze um Vorstandsvorsitzenden Gruber trifft die endgültigen Entscheidung, sondern der Bundestag, genauer der Verkehrsausschuss und der Finanzausschuss trifft die wichtigen Entscheidung. Da wurden auch wichtige Streckenbaupläne und andere Bahnprojekte diskutiert und beschlossen.
Der geplante Börsengang war und wurde auch im Verkehrsministerium und dem Bundestag mit getragen und Unterstützt. Gern haben sich Verkehrs- und Finanzminister im Glanz des möglichen Börsenganges der Bahn gesonnt. Der Bahn fällt schon seit Jahren die Rolle des „Konsolidierers“ zu. So etwa muss die Bahn für das aktuelle Haushaltsjahr etwa 500 Millionen Euro als Dividende an den Bund abführen.
Nach dem zweiten Winterchaos in Folge werden nun die Rufe nach mehr Investitionen Laut. Die Bahn solle die 500 Millionen Euro für neue Technik verwenden. Gerade die Länderminister und Kommunen überbieten sich in diesen Tagen mit Kritik an der Bahn. In einer gemeinsamen Sitzung der Länder-Verkehrsminister und dem Bahnchef Gruber, soll der Erklären, wie es zu dem Bahn- Winterchaos gekommen ist und warum die Bahn das Problem nicht in den Griff bekommt. Die Länder wollen auch die Zahlung für die ausgefallenen Verbindungen zurückfordern. Die Bahn verspricht Besserung, man werde die Probleme die es gab analysieren und sich besser auf neuerliche Störungen vorbereiten.

Doch in Berlin scheint man genauso ratlos wie in der Bahnzentrale. Ratlos ist auch der Bundesverkehrsminister Ramsauer. Anfang Januar forderte er noch, die Dividende an den Bund müsse in neue Züge investiert werden. Doch keine 10 Tage später kommt die Rolle rückwärts. Eine Reduzierung der Dividende gab Ramsauer eine Abfuhr . „Ich muss mich auch an die politischen Rahmenbedingungen halten. Die Abführung der Bahn-Dividende ist Teil des Sparpakets“, sagte Ramsauer. Doch auf einem geradlinigen Kurs ist Ramsauer nicht, erst kritisierte er den Sparkurs der letzten Jahre, dann nimmt er die Bahn in Schutz. Mit Winterproblemen hätten auch andere zu kämpfen. Nun wieder Kritik an der Bahn. „Zehn Jahre lang ist gespart worden. Die kaufmännischen Ziele standen zu sehr im Vordergrund, die Interessen der Fahrgäste sind in den Hintergrund gerückt“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der „Passauer Neuen Presse“.
Doch der Verkehrsminister gibt sich auch selbstkritisch. „Es gab Kostendruck, Kapazitätsreserven wurden reduziert, Personal abgebaut, das hat zu diesen Missständen geführt“, sagte Ramsauer. Nun sei ein Kurswechsel eingeleitet. Die Investitionen sollen erheblich verstärkt, neue Züge angeschafft werden. Reserven würden aufgebaut, damit es künftig keine Engpässe mehr gebe, erklärte Ramsauer der „Passauer Neuenzeitung“.


Doch an den Dividendenplänen werde nicht gerüttelt, diese seien einen fester Punkt im Haushaltsplan, als ein Teil des Sparplanes der Bundesregierung. Wie der Verkehrsminister Investitionen verstärken will, verriet er noch nicht. Und welchen Anteil die Bahn trägt ist ebenso unklar. Letztendlich wird wieder der Steuerzahler herhalten müssen.

Die Ursachen und Probleme der Bahn nicht nur in der Konzernzentrale zu suchen. Die alleinige Schuld am Desaster nur bei der Bahn zu suchen, ist zu kurzsichtig. Denn die Börsenpläne wurden auch und gerade von der Politik forciert und gefördert. Mit Bahngroßprojekten schien man sich in den letzten Jahren gerade zu überboten zu haben, Koste es was es wolle. Man wollte eine gewinnbringendes Unternehmen aufbauen, die Folgen waren nebensächlich. Die Bahn spielte das Spiel willig mit, lockten doch gute Gewinne. Man wollte nie nur ein Eisenbahn- Unternehmen sein, sondern viel mehr. Ein Weltkonzern der gehobenen Klasse, für Businesskunden und besser Verdienende. Das Kerngeschäft, die Personenbeförderung in der Fläche, war eher ein Muss statt ein Kerngeschäft. Das Geld sollte mit anderen Dingen verdient werden. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass der eingeschlagene Weg wohl doch nicht so golden war wie gedacht und dass das eigentliche Geschäft der breiten Personenbeförderung doch nicht so schlecht ist. Bleibt zu hoffen, dass man die Defizite in den Griff bekommt und die Bahn wieder ein Fortbewegungsmittel für die breite Masse wird.

21. Oktober 2010

Ein Brief an mein Land

Posted in Denkschrift, kommentar, Kommt Zeit kommt Rat, Uncategorized tagged , , , , , , , um 19:24 von thomassalomo


Ein Brief an mein Land

(von Thomas Salomo)

Mein liebes Land, ich weiß, es ist schon ungewöhnlich dir zu schreiben, doch die Ereignisse machen es notwendig. Ich mache mir Sorgen um dich. Die Geschehnisse dieser Wochen bereiten mir stetig Sorgen. Mein liebes Land, ich weiß es ist verpönt zu sagen, ich liebe dich. Ich mag deine Vielfältigkeit die du mir bietest. Dein Kontrast von Meer im Norden, den Feldern und Wäldern und den Bergen im Süden. Von der See bis zum von Rheinland bis nach Baden, vom Saarland bis nach Sachsen das mag ich so bei dir. Du bist so vielseitig, kaum ein Landstrich gleicht dem anderen. So berauschend deine Höhen und Tiefen sind, so inspirierend deine Weiten. Die Menschen die bei dir leben, sind sie doch voller Tugend, sie halten viel von Ehrlichkeit, Pünktlichkeit. Du geniest bei vielen einen guten Ruf, man schätzt deine Traditionen, egal ob Oktoberfest oder Karneval, Martinsumzüge, oder Schützenfeste. Ich weiß manchmal reduziert man dich auf diese Traditionen.

Ja, ich mag die Menschen die hier leben. Gut, manchmal sind sie etwas schwierig und kompliziert. Ihre Eigenarten sind so verschieden wie deine Landschaften. Von kühl, distanziert bis warm, herzlich und gastfreundlich. Strebsam sollen sie seien, die Menschen in deinem Land, berühmt für ihr Wissen und ihre Schaffenskraft.

Du genießt einen guten Ruf in der Welt. Hast du doch gezeigt, dass zwei verschiedene Systeme  einst geteilt, wieder zusammen finden können. Da wo sonst in anderen Ländern Krieg ausgebrochen, Tod und Verwüstung entstanden wären, war es bei dir friedlich. Vielleicht war es die erste friedliche Revolution die Europa sah.  Ja, darauf kannst du Stolz sein, mein liebes Land. Du hast dich gewandelt wie kaum ein anderes Land. Von einer Schreckenszeit und fast totalen Zerstörung bist du wieder aufgestanden, zu einem Garant für Frieden und Stabilität.

Wenn man auf dieser Welt von Demokratie spricht, nennt man deinen Namen, du bis es, dass als Beispiel für gute Demokratie gilt. In deinen 61 Jahren hast du viel erlebt. Viele politische Wechsel hast du gesehen, doch nie bist du zu Bruch gegangen. Die Menschen vertrauten dir und den Parteien die sie führten. Was hätten sie auch anders tun sollen? Die Menschen in deinem Land sind keine Revolutionäre, keine die gern ihre Proteste auf die Straße trugen. Ja, der Deutsche demonstriert nicht gern. Wäre es sonst möglich gewesen, den Euro einzuführen, wo die Menschen doch die Mark so liebten? Wäre es möglich gewesen, dass Harz IV eingeführt wurde, wenn Millionen dagegen demonstrierten? Gut, es haben Menschen dagegen demonstriert, doch waren es keine Millionen, kein ganzes Land. Nein, die Menschen in deinem Land protestieren nicht gern. Vielleicht wollen sie insgeheim geführt werden, von einer starken Persönlichkeit an der Spitze, die ihnen zeigt wo es lang geht . Haben deine politisch Verantwortlichen es nicht dankend aufgenommen? Gewählt wollen sie werden, um dann ihre Art entsprechend die Geschicke dieses Landes lenken. Parlamentaristische Demokratie nennt man diese Form. Die Menschen werden auf das Wählen gehen reduziert, mehr sollen sie nicht tun. Sollen sich sogar raushalten aus der Politik. Das, mein liebes Land hat Jahrzehnte lang gut funktioniert. Die Menschen wählten die Politiker und diese ließen sie gewähren und machen. Sinnvolle und oft nicht so sinnvolle Projekte wurden realisiert War es doch gut für dich, mein liebes Land. Natürlich gab es gute und schlechte Entscheidungen, doch nie hat man dich nie aus den Augen gelassen, die Menschen schon. Sollten wir nicht auch mehr Mitentscheiden dürfen?

Doch nun, scheint alles irgendwie verschoben. Immer weniger Menschen gehen wählen. Die Wahlbeteiligung sank mancher Orts um fast 20%. Politikverdrossenheit nennen das die Politiker. Immer weniger scheinen sich für die Politik zu interessieren. Doch ich glaube das nicht, die Menschen Interessieren sich sehr wohl für Politik. Sie verfolgen sehr genau was passiert. Sie hielte lange still, taten so als ob sie das Geschehen ignorieren. Doch nun, entlud sich der Ärger. Gerade an einem vorzeige Projekt, welches wie kein anderes für Moderne und Innovation steht. Doch was war passiert hat man den Menschen nicht erzählt, was da geschieht? Schließlich wurde das Projekt seit über 10 Jahren geplant.

Doch die Proteste gegen Stuttgart 21 sind schon lang nicht mehr gegen das Projekt selber, es geht vielmehr um Grundsätzliches. Es steht als Sinnbild für die Unzufriedenheit der Menschen. Unzufrieden über die Art wie Regiert wird. Nein die Art wie Regiert wird ist seit 60 Jahren gleich. Vielleicht bemerken die Menschen, dass sie mehr haben können. Ich frage mich, müssen wir nicht endlich anfangen unsere Demokratieverständnis zu ändern? Weg von dem „Die machen es schon.“, hin zu „Wir wollen mit Entscheiden“. Vielleicht müssen wir lernen, uns mehr ein zubringen. Aber auch mehr eingebunden zu werden in politische Entscheidungen. Wir wollen gefragt werden, wie und welches Projekt realisiert wird. Mehr Mitbestimmung auf allen politischen Ebenen. Mein liebes Land, schaue doch mal in die Schweiz. Dort herrscht ein Höchstmaß an Mitbestimmung. Sehr oft im Jahr werden die Menschen um ihr Votum gebeten, auf allen Eben. Auf Bundesebene ebenso auf Kantonsebene. In der Schweiz gibt es solch eine Diskrepanz zwischen Politik und den Menschen nicht. Machen wir uns nichts vor, mein liebes Land, denn so wie es jetzt läuft, sehe ich schwarz für uns.

Die Menschen in unserem Land entfernen sich immer schneller, immer weiter von der Politik. Noch nie, mein liebes Land, war die Kluft zwischen Bürgern und Politik so groß wie heute. Die Menschen wenden sich ab von den zwei großen Volksparteien. Immer mehr Menschen fühlen sich nicht mehr von ihnen repräsentiert und vertreten. Das was in Berlin und in den Bundesländern passiert, wird immer mehr mit Argwohn beobachtet. Wenn wir nicht neue Wege gehen, werden die Geschehnisse uns überrollen. Mein liebes Land, ich befürchte, es dauert nicht mehr lang bis extreme politische Kräfte wieder Fußfassen. Kannst du dir Vorstellen, das es wieder eine starke extreme Rechte Partei in Deutschland gibt? Eine rechte Partei die von vielen Menschen gewählt wird, die mehrheitsfähig ist? Das wäre eine Katastrophe für uns. Noch sind NPD und Republikaner nur eine gesellschaftliche Randerscheinung. Ich befürchte, dass es nicht mehr lange dauert bis es eine neue andere Rechte Kraft gibt, die viele Menschen in ihren Bann zieht. Eine solche Vorstellung, mein liebes Land, macht mir zu tiefst Angst. Ich habe das Gefühl der Nährboden für solche Kräfte ist längst gegeben. Gerade in deinen östlichen Teil herrschen immer noch große Vorbehalte gegenüber Ausländern und Migranten. Schon jetzt ist die NPD in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern vertreten.

Mein liebes Land, heißt es nicht, wir seien ein weltoffenes Land? In dem viele verschiedene Kulturen miteinander leben? Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das so ist, ob wir wirklich so offen und Tolerant sind. Wenn selbst von etablierten Politiker immer schärferen ausländerfeindliche Parolen zu hören sind. Seit über 40 Jahren leben Migranten in unserem Land. Kamen sie doch als Gastarbeiter in unser Land. Sollten sie doch ursprünglich nur unser Land aufbauen und nicht bleiben. Doch sie blieben, sie fühlten sich wohl bei uns. Sie brachten es zu Wohlstand und Vermögen. Doch machten wir es ihnen immer schwer,  in unseren Köpfen trennten wir stetig zwischen den Fremden und uns,  den Deutschen. Wir sagen sie wollen gar nicht, sie wollen sich nicht Integrieren, weil etwa 5% die Integrationskurse abbrechen, verurteilen wir alle. Integrationsunwillig seien sie. Harte Strafen müssten her. Heute schreit alles nach besserer Integration, doch haben wir ihn immer eine faire Chance gegeben damit sie sich integrieren konnten? Ihre Berufsabschlüsse haben wir nicht anerkannt, und wenn,  haben wir sie selten gleichrangig behandelt. Ja, es sind Parallelgesellschaften entstanden. Wer will von ihnen verlangen, dass sie ihre Kultur ablegen, ihre Tradition verleugnen? Man sagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Ja, der Islam hat keine Historischen Wurzeln wie das Christentum in Deutschland. Doch ist es die Religion der Migranten, von denen heute 2 Millionen angehören.

Doch haben wir uns jemals mit den Islam ernsthaft auseinander gesetzt? Warum gibt es keinen Islamunterricht an allen Schulen? Könnten wir damit  nicht die Vorurteile abbauen? Doch warum zeigen wir mit Finger auf ihnen? Haben wir nicht auch bei uns Parallelgesellschaften? Was ist mit den Plattenbaugebieten im Osten? In den der überwiegende Teil arbeitslos und von Harz IV lebt. Wo jeder fünfte sich ein Totalitäreres System mit einem starken Führer wünscht.

Doch was mich wirklich Ärgert, das immer wieder die Integration herhalten muss, um von den eigenen politischen Problemen der Parteien abzulenken. Wenn die CDU ihr konservatives Profil verspielte und nun auf Kosten der Migranten dieses wieder stärkt dann ist das mehr als verlogen. Ich weiß nicht so Recht, aber wovon Reden wir eigentlich? Wir reden über eine Gruppe von 6,73 Millionen Menschen. Denn so viele Ausländer leben in Deutschland. Insgesamt leben aber 81 Millionen Menschen in Deutschland. Das heißt wir diskutieren über eine Gruppe von 5,4%! Aber wir tun so als beträfe es fast 90% der Bevölkerung. Mancher tut so als würde eine Migrationswelle bevorstehen, als würden Morgen 100 Millionen Einwandere zu uns wollen. Dabei ist das Gegenteil der Fall, mehr Menschen mit deutschen Pass wandern aus statt ein zu wandern. Wir sind kein Migrationsland sondern ein Auswanderungsland! Wir werden weniger statt mehr.

Doch machen wir uns nichts vor, wir nehmen Bevölkerungsmäßig ab, doch die Vorbehalte gegen Fremde nehmen zu. Ich frage mich, mein liebes Land, woher kommen solche Vorbehalte gegen „Fremde“. Haben wir Angst sie könnten uns etwas wegnehmen?  Ich glaube es hat mit der Frage zutun „ Wer sind wir? Was ist Deutsch? Mir fällt leider keine Antwort ein, ich weiß nicht wie wir aus diesem Dilemma heraus kommen. Ich hoffe nur, das dies ein Strohfeuer ist, dass sich das ganze wieder legt. Zeichnet uns nicht auch Besonnenheit aus?

Nun, du hast schon soviel erlebt, mein liebes Land, schon so manche schwere Zeit überstanden. Vielleicht sind meine Befürchtungen völlig umsonst oder viel zu hoch gegriffen. Vielleicht ist das hier und jetzt manchmal schöner als der Blick nach Vorn. Du, jedenfalls wirst uns tragen, wenn sogar ertragen. Denn dich wird es ja hoffentlich noch lange geben.

22. September 2010

Wie integrieren, oder wie Deutsch darf es sein

Posted in Denkschrift, kommentar, Politik, Prinzipien, Uncategorized, Wandel tagged , , , , , , , um 15:22 von thomassalomo


Wie integrieren, oder wie Deutsch

darf es sein?

(von Thomas Salomo)

Nicht erst seit Sarrazin’s Äußerungen kommt das Thema Integration wieder in das öffentliche Bewusstsein. Auch wenn seine Äußerungen höchst umstritten und zum Teil scharf zu verurteilen sind, zeigt es doch trotz alle dem, wie wichtig die Diskussion ist. Immer wieder flammt die Diskussion über Integration von Ausländern in Deutschland auf. Doch eine ernsthafte Kontroverse mit messbaren Ergebnissen gab es bis heute nicht. Nur punktuell wurden Themen wie Abschottung oder Integrationsverweigerer für kurze Zeit besprochen. Doch Kernfragen nach dem was Integration für Deutschland bedeutet, wurden nie gestellt.

Wenn Sarrazin über den Grad der Intelligenz, um genetische Identitäten von Migranten fragt, will er provozieren. Nur mit gewagten Provokanten, absurden oder rassistischen Äußerungen lassen sich nicht nur Diskussionen anschieben, sondern auch Bücher promoten. Das Thema welches nun wieder „Aktuell“ scheint, wurde in den letzten Jahren mehr halbherzig geführt mit dem Ziel das Thema schnell wieder zu beenden. Integration hatte schon immer Potential zur Polarisierung, zur Entfachung hitziger Debatten, bei deren Verlauf schnell vom Kern abgewichen wurde. Keiner der Beteiligten will sich dem Vorwurf gefallen lassen, zu sehr gegen Integration von Asylbewerben gewandt zu haben. Schnell könnte der Eindruck entstehen die Interessen der eigen Leute und der Wählerschaft seien wichtiger. Auch wer sich zu sehr für die Belange der Migranten annimmt, gerät in den Verdacht nicht nur besonders „Ausländer freundlich“ zu sein und die Interessen der eigenen Leute seien weniger wichtiger. Die Diskussion, so scheint es, wurde immer mit angezogener Handbremse geführt.


Einwanderer und Gastarbeiter vergessen


Nach dem zweiten Weltkrieg, Mitte der fünfziger Jahre, nach dem in Deutschland der Wirtschaftsaufschwung begann, wurden händeringend Fachkräfte, aber vor allem Arbeiter benötigt. Bestand doch enormer Arbeitskräftemangel. Der Bedarf in der Kohlezechen, war enorm. Aus eigener Kraft konnte Deutschland den Bedarf an Arbeitskräften nicht decken, waren doch die Folgen des Krieges überall noch spürbar. So wurden mit Beginn des Wirtschaftswunders erst gezielt, später massenhaft, Arbeitskräfte nach Deutschland geholt. Mit verschieden Ländern wurden Anwerbeabkommen abgeschlossen. Eigens dafür wurden in Italien, Spanien, Griechenland, Türkei, Portugal, Marokko, Tunesien und Niederlassungen ein Vorläufer des Arbeitsamtes eröffnet. Die Arbeiter die Anfangs nur ein paar Wochen zum Geldverdienen nach Deutschland kamen, blieben erst Monate, dann Jahre, später holten sie ihre Familien nach und blieben. Am Anfang fanden die Gastarbeiter kaum oder keinerlei Beachtung, weder bei Regierung, Behörden Gewerkschaften. Verbände und Initiativen gründeten sich erst Jahrzehnte später. Warum hätte man sich auch um sie kümmern sollen, waren sie doch nur für kurze Zeit in Deutschland, zum arbeiten. Niemand rechnete damit oder wollte sich vorstellen, dass sie blieben, dass nach ihnen noch ihre Kinder da sein werden. Erst Ende der siebziger Jahre setzte eine Debatte über die Rückführung der Gastarbeiter ein. Hatten sie doch ihren Teil geleistet und Deutschland mit aufgebaut und gut verdient. Doch in den Jahren in denen sie in Deutschland waren, lernte der Großteil deutsch und lebte sich ein, Freundschaften entstanden, es wurde geheiratet. Viele haben sich von ihren Heimatländern auch Kulturell verändert, hatten sie es auch zu bescheidenen Wohlstand in Deutschland gebracht.

Wohnten die ersten Gastarbeiter noch in einfachen Bungalows bezogen sie später ganze Siedlungen. Doch von Integration keine Spur. Die Italiener, Griechen waren unter sich, schön getrennt von den Deutschen. Eine vorsichtige Annäherung fand erst später statt, in den Restaurants der Italiener, Griechen und den Gemüseläden der Türken. Doch zusammen fand man nie, waren doch die kulturellen, traditionellen und religiösen Unterschiede zu groß. Brachten doch die Gastarbeiter nicht nur ihre Familien mit nach Deutschland sondern auch ihre Bräuche und Traditionen, z.b. vom Ramadan und Fastenzeiten. War es für die Migranten ein Stück Heimat, vertraute Rituale und Tradition, war es für viele Deutsche befremdlich. Kaum einer konnte mit den seltsam anmutenden Kulturen etwas anfangen. Hatten sich doch viele Deutsche nach dem Krieg und den Zeiten des Wirtschaftswunders wieder eingerichtet und zu etwas Wohlstand gebracht und dem Brauchtum wieder entdeckt. Die Deutschen waren wieder wer, in Europa und in der Welt. Doch das zusammen finden, gestaltete sich schwierig. Viele Gastarbeiter die sich eingelebt und mit ihren Möglichkeiten integriert hatten, stießen bei der breiten Bevölkerung immer wieder auf Ablehnung. Hatten sie doch halbwegs Deutsch gelernt und sich an die Gegebenheiten angepasst, so gut es halt ging. Sie arbeiteten, meist weit unter dem Lohn den ein deutscher Arbeiter bekam und sie zahlten Steuern. Ihre Kinder besuchen deutsche Schulen haben deutsche Freunde.

Doch seit dem die Kinder der Gastarbeiter in deutsche Schulen gingen, ignorierte das deutsche Schulsystem ihre Herkunft ihre kulturellen Hintergrund. Das sie es aufgrund von Zweisprachigkeit, mit deutsch als Fremdsprache es schwerer als ihre gleichaltrigen deutschen Mitschüler hatten, nahm man erst Jahrzehnte später war. Bis heute lässt sich in Bildungsstudien den Bildungsunterschied zwischen deutschen und Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund messen. So kommt es das jeder siebte türkische Migrant über eine Hochschulreife verfügt, und jeder Dritte ist ohne jeden jeglichen Schulabschluss. 28 Prozent der türkischen Jugendlichen sind arbeitslos. Könnten sie in ihrer Heimatsprache das Abitur schaffen, reicht es in Deutschland gerade mal zum erweiterten Hauptschulabschluss, wenn überhaupt. Sie sind nicht weniger intelligent als andere sie haben es nur schwerer, der genetische Vergleich von Sarrazin, stößt genau in diese Wunde des Bildungssystems.

Auch bei der Frage der Lehrstellen für die Migratenkinder erleben sie Nachteile, für viele bleibt eine normale Berufliche Laufbahn, Lehrstelle, Job, nur ein Traum. Ihre einzige Chance ist es in den Läden und Firmen ihrer Landsleute ein zu steigen. Viele deutsche Firmen stellen bis heute immer noch bevorzugt deutsche Jugendliche ein. Müssten Unternehmer wählen zwischen ein deutschem Jugendlichen mit schlechten Schulabschluss und einem Migranten mit guten würden viele lieber den deutschen mit schlechten Abschluss einstellen. Bis heute müssen viele Jugendliche mit Migrationshintergrund im Zustand der Perspektivlosigkeit leben. So wird in dem letzten Jahr der Hauptschule weniger nach klassischem Lehrplan unterrichtet, sondern dem Umgang mit Hartz4, als Vorbereitung der Arbeitslosigkeit


Doch welche Verantwortung haben die Eltern?


Mussten die Einwanderer und Gastarbeiter sich meist alles hart erkämpfen, von der ersten Wohnung in Häusern in denen nie eine Deutsche Familie eingezogen wäre, bis hin zu annähernd gleichen Lohn. Hilfe bekamen sie selten. Sie waren weitestgehend auf sich allein gestellt. Das Thema Integration gibt es in der Politik erst seit Anfang der neunziger Jahre, vorher wusste man zwar von ihnen, kannte aber nicht ihre Probleme. Kurse für Einwanderer und Migranten in denen sie Deutsch und einiges über ihre neue Heimat Deutschland lernen, gibt es erst seit wenigen Jahren.

In den Siedlungen, in denen die ersten Generationen von Gastarbeitern einzogen, wohnen viele noch heute. Doch die meisten leben heute in Trabanten-ähnlichen Stadtteile, die als moderner Wohnraum der siebziger Jahre galten, in den viele Deutsche schon Anfang der achtziger und neunziger Jahre auszogen. Heute sind es Siedlung in dem fast nur noch Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund leben, soziale Siedlungen. Doch sind es Gebiete in denen Menschen mit sehr niedrigen Einkommen leben, wo jeder zweite Harz4 oder Sozialhilfe bezieht.

Hohe Arbeitslosigkeit prägt heute das Leben vieler Migranten. Den einzigen Halt bildet die Kultur ihrer Vorfahren und Tradition die einst ihre Väter nach Deutschland mitbrachten. Fast alle Jugendliche mit Migrationshintergrund die zwar in Deutschland geboren wurden, sprechen noch die Sprache ihrer Eltern, also Türkisch, Griechisch u.a. Ihre eigentlichen „Heimatländer“ kennen viele nur von Bildern, Erzählungen ihrer Eltern oder vom Urlaub.


Festhalten an Traditionen


Die Kultur und Traditionen sind für jede Gesellschaft und Bevölkerungsgruppe elementare Grundlagen. Aus diesen werden Werte und Normen abgeleitet und bewahrt und gestaltet so die Identität einer Bevölkerungsgruppe. Da machen auch die ehemaligen Gastarbeiter und Migranten keine Ausnahme. Tradition ist gerade für Türkische und Muslimische Einwanderer besonders wichtig, gerade in der neuen Heimat wo doch vieles Fremd scheint. Geht es doch in Deutschland besonders liberal und offen zu. Gerade bei Themen wie etwa Beziehung zwischen unverheirateten Paaren, den Konsum von Alkohol, Drogen, Partys oder der Straßenbekleidung. Daran können sich gerade die Muslimisch geprägten Familienoberhäupter nur schwer gewöhnen. Sind sie doch in einem völlig anderen Wertesystem aufgewachsen. In einem in dem die Frau Kopftuch trägt, nicht arbeitet sondern zu Hause bleibt und die Kinder erzieht. Auch die Rolle der Tochter ist klar vorbestimmt, da scheinen Jungs, Partys und Handy kein Platz zu finden. Mit soviel Freizügigkeit scheinen viele überfordert. Das Festhalten an alten Traditionen wie etwa, das die Familie für die Tochter den Mann aussucht, sind noch weit verbreitet. Allzu oft kommt es dabei zu Konflikten, die zum Glück selten in Ehrenmorden enden. Doch das Festhalten an Kultur und Traditionen, beginnt schon im Kleinen, bei der Sprache. Für jeden von uns ist das erlernen von einer neuen Sprache schwierig und mühselig, erst recht für Migranten die dauerhaft in Deutschland leben wollen. So wird allzu oft zu Hause in der gewohnten Landessprache gesprochen. Da helfen die Integrationskurse nur wenig, die Abbrecher Quote ist hoch. So könnte man folglich daraus schließen das viele Einwanderer und Migranten Integrations unwillig sind. Für viele stellt sich da die Frage; festhalten an alten Traditionen oder anfreunden mit den liberalen Wertesystem Deutschlands.

Doch die Mehrheit der Migranten will sich integrieren und sind durchaus bemüht Kurse für Deutsch zu besuchen .Doch nicht alle die wollen können auch, denn Integrationskurse stehen stehen nur den zu, die einen Rechtsanspruch darauf haben. Bereits jetzt stehen bundesweit 20.000 Migranten auf Wartelisten für einen Integrationskurs. Für sie heißt es warten.


Was ist deutsch?


Wenn wir über Integration sprechen, müssen wir zwangsläufig auch darüber sprechen, was deutsch ist, wie wir uns als Deutsche definieren. Ist deutsch das man 111,6 Liter Bier pro Jahr trinkt oder mindestens zweimal pro Jahr Urlaub macht? Oder das der Deutsche mehr Geld für sein Auto ausgibt als für Lebensmittel? Deutschland setzt sich aus einer Vielzahl von Traditionen und Bräuchen zusammen, von Bayrischen Weißwurst und Oktoberfest bis hin zum Karneval im Rheinland. Deutsche Tugenden wie etwa Fleiß, Pünktlichkeit, sind nicht zwangsläufig alleinig deutsche Fähigkeiten. Wie gut soll sich nun der Migrant anpassen? Für viele Deutsche wäre es beängstigend wenn tausende Deutsch-Türken zum Oktoberfest nach München fahren würden. Ein Schwarzafrikaner in traditionell Bayrischer Tracht scheint für viele ebenso befremdlich.



Wie weit soll Integration also gehen?


Das man die jeweilige Landessprache seines neuen Heimatlandes spricht oder versucht zu erlernen sollte für allen selbstverständlich sein. Denn wenn man gutes Deutsch kann ist die Kommunikation wesentlich einfacher. Wenn wir aber von Integration sprechen, sollte das nie bedeuten, dass wir verlangen, dass die Einwanderer ihre Kultur und Traditionen völlig aufgeben. Das tun Deutsche, die dauerhaft im Ausland wohnen, auch nicht. So etwa auf Mallorca, da gibt es deutsche Restaurants, deutsche Ärzte, deutsche Zeitungen und andere Deutsche Einrichtungen. Warum verlangen wir dann von Migranten weniger Engagement in für ihres gleichen in Deutschland? Um sich dauerhaft zu integrieren helfen 600 Stunden Sprachunterricht und 45 Stunden Landeskunde zwar nützlich aber es kann nur ein Anfang sein.

Integration muss als ein Prozess verstanden werden, in dem es darum geht, sich in ein neues Land einzufügen. Deren Kultur und Bräuche kennen zu lernen. Andersherum bedeutet das auch, dass wir uns mit den neuen Kulturen auseinander setzen müssen, sie kennen lernen. Statt darüber zu reden, wie weit sich andere an uns an zu passen haben, sollten wir sie besser kennen lernen, uns mit ihren Traditionen vertraut machen. Dafür müssen beide Seiten auf einander zu gehen, Deutsche ebenso wie Migranten. Solch ein Annäherungsprozess kann nicht von heute auf Morgen geschehen, auch nicht in einer Legislaturperiode. Das braucht Zeit, viel Zeit, es wird wohl über mehrere Generationen dauern. Es wird beide Seiten viel Kraft, Ausdauer und Toleranz abverlangen.

13. September 2010

Wieder ein Klientel befriedigt

Posted in kommentar, Neue, Politik, Uncategorized, Wandel tagged , , , , um 16:15 von thomassalomo


Wieder ein Klientel befriedigt

(vom Thomas Salomo)

Anfang September trat Kanzlerin Merkel an die Presse, um ihr Energiekonzept für die nächsten Jahre vorzustellen. Nach den letzten mageren Monaten, die mehr schlecht als recht für die Schwarz-gelbe Koalition waren, sollte es der große Befreiungsschlag werden, der große Wurf. Seit gut einem Jahr sind die Umfragewerte der Kanzlerin und Ihrer Minister samt Regierung auf Talfahrt. Das Energiekonzept und die Laufzeitverlängerung der 17 Atomkraftwerke in Deutschland sollte den Umfrage-Abwärtstrend stoppen und das Image verbessern.


Monatelang spekulierte Deutschland, wie wohl das neue Energiekonzept der Kanzlerin aussehe. Zwei Seiten musste Merkel bedienen: die Betreiber der Atomreaktoren und die Betreiber der regenerativen Energien. Diese, die sich seit deren Einführung unter Rot-Grün zu einem der Stärksten wachsenden Märkte entwickelt haben. Ökostrom ist schon lang kein Nischenprodukt mehr, deren Umsätze steigen von Jahr zu Jahr. So etwa gehören Hersteller von Windkraftanlagen zur Stromerzeugung in Sachsen und Sachsen-Anhalt mancher Orts zu den größten Arbeitgebern. Windkraftanlagen, und Photovoltaik zählen mittlerweile zu den Boomzweigen deutscher Industrie.
Doch die Gefahr, dass die Ökostromproduzenten zunehmend die Atomkraftwerke in den Schatten stellen und sie überflüssig machen, bestand nie. Die Kanzlerin, die sich noch vor Jahren als Klimaretterin feiern lies und nicht müde wurde die Vorzüge regenerativer Energie pries und für sie weltweit warb, verlor die Atomindustrie nie aus den Blick. Unverzichtbar, eine Brückentechnologie nannte Merkel die Atomkraft, wichtig für den Standort Deutschland.

Den Atomausstieg, also das Ende der Atomkraftwerke in Deutschland, wollte die Schwarz-Gelbe Koalition rückgängig machen, das ist im Koalitionsvertrag eine der zentralen Punkte des Bündnisses. Notwendig sei Brückentechnologie zur Erhöhung des Anteiles der regenerativen Energien. Schon seit Monaten werben die Betreiber der Atomkraftwerke für eine Laufzeitverlängerung. Diese sei notwendig, um die Ziele des Klimaschutzes zu halten. Das heißt weniger Kohlendioxidausstoß, weniger Klimaerwärmung. Der Strompreis an der Börse könnte sinken, oder zumindest stabil bleiben. Atomstrom sei eine günstige und billige Stromversorgung. Warum trotzdem die Strompreise für den Endverbraucher seit Jahren steigen, lassen die Konzernchefs offen. Eine Laufzeitverlängerung von mindestens 20 Jahren stelle man sich vor, sei notwendig um die Klimaziele und den Ausbau der regenerativen Energien voran zu bringen. Doch das Bundesamt für Strahlenschutz und Reaktorsicherheit und deren Chef Bundesumweltminister Röttgen sahen das anders. Eine freie Langzeitverlängerung für die AKW’S sei inakzeptabel. Die Sicherheit der Anlagen entspreche nicht überall den neusten Vorschriften, etwa bei Terroranschlägen. Die Anlagen müssten auf jeden Fall nachgerüstet werden. Um die Klimaziele zu erreichen, etwa den CO²-Ausstoß zu verringern, bedarf nur einer „moderaten“ Verlängerung von ein paar Jahren.


Der Streit um die Verlängerung verschärft sich, als die Koalition ankündigte, eine Brennelementesteuer einzuführen, um den Ausbau der regenerativen Energien zu fördern. Der Aufschrei der Atomindustrie folgte prompt; man sei gegen solch eine Zusatzbelastung. Dies gefährde nicht nur Arbeitsplätze sondern mache den Atomstrom zunehmend unattraktiv und teuer, dies könne sich dann nicht mehr lohnen. Die großen Betreiber der AKW’s drohten mit der völligen Abschaltung der Atommeiler. Als dann die CDU/CSU den Vorschlag einer Zusatzabgabe zusätzlich zur Brennelementesteuer einbrachte, schien der Streit vollends zu eskalieren.

Der Showdown kam dann Mitte August, in einer ganzseitigen Anzeige in fast allen großen Tageszeitungen in Deutschland forderten die vier großen Stromkonzerne RWE, EON, Vattenfall und EnBW unter dem Motto „Mut und Realismus für Deutschlands Energiezukunft“ eine Laufzeitverlängerung über 2020 hinaus. Eine kürzere Verlängerung könnte massiv Kapital vernichten. Dadurch schade man der Umwelt und den Menschen in unserem Land. Die Anzeige war der Versuch, den Eindruck entstehen zu lassen, dass ohne die längere Laufzeit der Atomreaktoren auch kein Ausbau der regenerativen Energien möglich seien.
Abseits von Medien und Öffentlichkeit stieg das Engagement der Atomlobbyisten in Berlin.

In einem Gutachten zur Laufzeitverlängerung, das die Regierung veröffentlichte, schwebte der Vorwurf, dass es von der RWE und EON co-finanziert sei. Schon zwei Tage nach der Vorstellung des Gutachtens vermied man in Berlin tunlichst, darüber zu reden.

Mit der Vorstellung des Energiekonzepts der Kanzlerin zeichnete sich deutlich der Einfluss der Lobbyisten ab.

Die Laufzeiten der AKW’S sollen zwischen 8 und 14 Jahren verlängert werden. So sollen die Betreiber mindestens 50% ihrer Zusatzeinnahmen an den Staat abführen, in einen Öko-Energiefond. Doch die Zusatzsteuer ist bis 2016 begrenzt. Der Umweltminister und die Kanzlerin feierten ihren Kompromiss als gelungen und zukunftsweisend. Wenige Tage nach dem vermeintlichen Triumph der Koalition wurde die vertragliche Vereinbarung, der „Geheimvertrag“ bekannt. Dessen Inhalt zeigt nicht nur deutlich die Handschrift der Lobbyisten, ferner sichert der Vertrag den Reaktorbetreibern zusätzliche Milliarden Gewinne zu. Spricht die Regierung von Vereinbarung mit den Betreibern, liest sich der Vertrag eher wie ein „Schutzvertrag“.

So sollen etwa die Kosten der Nachrüstung der Atomkraftwerke gedeckelt werden.
Müssen sie mehr als 500 Millionen Euro pro AKW für die Nachrüstung ausgeben, brauchen sie weniger in den Öko-Energiefonds einzuzahlen.
Die nötigen Umbauten können auch über einem längeren Zeitraum gestaffelt werden. Im Vertrag heißt das: mittel- bis längerfristiger Zeitraum für Nachrüstungen. Konkret bedeutet das, die AKW-Betreiber können sich Zeit lassen bei der Verbesserung der Sicherheit ihrer Atomreaktoren.
Sollte die bis 2016 befristete Zusatzsteuer erhöht oder verlängert werden, müssen die Konzerne ebenfalls weniger zahlen. Damit soll verhindert werden dass es im Falle eines Regierungswechsels zu gravierenden Änderungen kommt.
Auch bei der Steuerzahlung wurden die Konzerne „entlastet“ so können sie zukünftig die Körperschaftsteuer als Aufwand geltend machen. Die Folge: weniger Steuern für die Länder und Kommunen.

Sollte das neue Energiekonzept der Kanzlerin so beschlossen werden, ist dies ein großartiger Sieg für die Lobbyisten und die großen Energiekonzerne. Zwar konnten sie keine höheren Laufzeiten wie zuvor gewünscht durchsetzen, haben sie aber umfangreiche „Schutzklauseln“ gesichert. Letztendlich zeigt sich in aller Deutlichkeit, wie wichtig der Kanzlerin die Atomwirtschaft ist, dass sie zu solchen umfangreichen Entgegenkommen bereit ist. Das Ergebnis ist kein Kompromiss vielmehr ein Kniefall vor der Industrie und deren Lobbyisten oder kurz gesagt wieder ein Klientel befriedigt. Mit diesem Energiekonzept hat die Kanzlerin nicht den Ausbau erneuerbaren Energien gestärkt oder weiter gefördert, vielmehr hat sie den Ausstieg der Atomindustrie aus der Stromerzeugung versüßt.



5. Juli 2010

Raumschiff Berlin bitte Melden…

Posted in Uncategorized tagged , , , , , , , , , , um 14:51 von thomassalomo


Raumschiff Berlin bitte Melden…

(von Th. Salomo)

Der Rücktritt von Horst Köhler vom Amt des Bundespräsident offenbart auf eine selten da gewesene Art die Schwächen unsere Demokratie. Die Demokratie in Deutschland galt lange Zeit als Aushängeschild für vorbildliche Mitbestimmung der Bürger am Staat. So haben die Menschen die Möglichkeit durch Einflussnahme bei Wahlen ihren Willen und Vorstellung zur Gestaltung Deutschlands beizutragen. Wahlen gelten nicht nur als Stimmungstest für die Akzeptanz der momentan regierenden Parteien, sondern vor allem auch als Mittel zum Machterhalt. So passiert es, dass wichtige Reformen auf die Zeit nach einer Wahl verschoben werden, um ein erhofftes Ergebnis nicht zu gefährden, um den Bürger, der dann wieder als Wähler interessant wird nicht zu erschrecken, wenn nicht sogar zu verschrecken. Nicht anders ist die Zeit zwischen der letzten Bundestagswahl und der Wahl in Nordrein-Westfalen als regierungsfreie Zeit zu benennen. Aus Angst, der Wähler könnte durch unbequeme Reformen abgeschreckt werden und sein Kreuz beim politischen Gegner machen, fand de Facto keine Regierungsarbeit statt. Stattdessen führte man die Steuerschätzung im Mai als Grund zum abwarten ins Felde.

Der wahre Grund die NRW Wahl wurde dem Wähler verschwiegen. So offenbart sich dem „Kleinen Mann“ auf der Strasse der Eindruck, dass es bei Wahlen nur noch um Machterhalt und Machtergreifung geht. Wurden dem Wähler trotz besserem Wissen noch im letzten Bundestagswahlkampf massive Steuererleichterung bis hin zur Steuersenkung versprochen, so wurden diese in homöopathischen Dosen nach der Wahl abgebaut.


Die Folgen solches Demokratieverständnisses können wir regelmäßig nach Wahlen sehen. Schon fast als Normal sehen wir, wie immer weniger Menschen zu Wahl gehen. Seit den Bundestagswahlen 1998 sank die Wahlbeteiligung kontinuierlich von 82,2% auf 70,8%. Auch bei Landtagswahlen sank die Wahlbeteiligung durchschnittlich um 6% im Vergleich zu vorherigen Wahlen. Niedrige Wahlbeteiligung fördern den Einzug von Extremen Kräften in die Länder Parlamente. So gelang es der NPD 2005 in Sachsen den spektakulären Einzug in den Landtag. Die niedrige Wahlbeteiligung befördert 2009 den erneuten Einzug der NPD in den sächsischen Landtag.

Wählen wird immer mehr von den Menschen als lästig empfunden. Immer weniger Menschen fühlen sich von ihren Volksvertreter repräsentiert, wenn nicht sogar im Stich gelassen. Viele wissen schlichtweg nicht, was sie wählen sollten, weil sie sich von keiner Partei vertreten fühlen. Noch nie war die Kluft zwischen „den“ in Berlin und den Menschen in Deutschland größer als Heute. Die Wahlprogramme der Parteien klingen mehr nach philosophischer Sprachakrobatik als nach Richtungweisenden mit Antworten und konkreten untersetzten Zielen. So finden sich Wortfloskeln wie etwa; „Mehr Netto von Brutto, oder Sozial ist, was Arbeit schafft“ Wie es den Menschen besser gehen könnte, wie mehr Arbeitsplätze entstehen sollen, oder wie das Steuersystem vereinfacht werden kann. Antworten darauf findet man nirgends. Gerade diese Ungenauigkeit, sich alle Möglichkeiten offen halten, darauf spekulieren die Parteien.

So müssen die Parteien sich nicht auf Ziele festlegen, denn sollte ein vorher festgelegtes Ziel nicht eingehalten werden, würde es der Bürger bei der nächsten Wahl mit Enthaltung oder Abwahl quittieren. So scheint die Strategie der meisten Parteien zu sein, so unpräziser das Ziel umso größer der Erfolg bei einer Reform oder Gesetzesinitiative.

Seit Jahren kommt immer wieder die Diskussion für mehr Bürgerbeteiligung auf. Dem Bürger solle mehr Mitspracherecht gegeben werden auf europäischer Ebene, Bundes- und Länderebene und in den Kommunen. Jeder soll sich in Entscheidungsprozesse einmischen und mit entscheiden können. Was auf Kommunalebene mit Bürgerentscheiden vereinzelt schon funktioniert, könnte auf Bundesebene fortgesetzt werden als Volksentscheid. Dadurch könnte dem Menschen wieder das Gefühl gegeben werden, daß der politischen Klasse ihre Meinung wichtig ist. So könnte er Bürger vom „Bittsteller“ zum Partner der Politik avancieren. Solche Diskussionen werden genauso schnell, wie sie aufkommen, von den „Volksparteien“ abgebügelt. Der Bürger habe durch seine Stimme bei der Wahl die Einscheidungskompetenz an seine Abgeordneten abzugeben. Viele Entscheidungen sind zu kompliziert, zu komplex, als daß es der Bürger verstehen könnte, führen Kritiker an. Mitbestimmung unerwünscht.

Daß die Meinung des Volkes oft nicht mit den Plänen der Regierenden übereinstimmt, wurde bei der letzten Bundespräsidentenwahl deutlich. Der Kandidat von Grünen und SPD, der frühere Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde Joachim Gauck lag stellenweise mit 57% in den Umfragen vorn. Gauck der „Anti-Politiker“ weckte bei den Deutschen die Hoffnung, dass es kein Partei-Soldat werden würde. Zehntausende formierten sich im Internet und in Sozialen Netzwerken für Gauck, gerade bei Jungwählern ist er beliebt. Einer der gerade im Osten starke Sympathien geniest. War es doch Gauck, der, der den Grundstein für die Aufarbeitung des Stasi-Erbes legte. Der frühere Pfarrer aus Rostock, Bürgerrechtler, gerade in ihn wurde der Wunsch nach Verständnis der Nöte und Bedürfnisse der Bürger am Staat zugeschrieben. Auch und gerade weil er aus dem Osten kommt.

Und Wulff, nun ehemaliger Ministerpräsident von Niedersachsen, der Parteisoldat.

Mit 16. Jahren in die Schüler Union (Schülergruppen der CDU), später Junge Union die er dann als Bundesvorsitzender führte. Mit 27 Jahren Stadtrat und drei Jahre Später Beigeordneter der Stadt Osnabrück. Dann von 1994 bis 2010 Landtagsabgeordneter und 2003 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

Der Mann aus Niedersachsen galt in der CDU schon länger als größter innerparteilicher Gegner von Kanzlerin Merkel. So war er einer der ersten CDU-Ministerpräsidenten die sich gegen das „Konjunktur-Beschleungigungsgesetz aussprachen, um später doch zuzustimmen. Seitdem es in der CDU nicht mehr rund läuft, wünschten sich viele Wulff als neuen starken Mann an der Spitze der CDU. Er, der das politische Geschäft von der Pike auf gelernt hat, weiß wie man sich durchsetzt und überzeugt.

Da verwundert es nicht das Angela Merkel gerade ihm, von dem sie am ehesten befürchten muss, daß er ihr Nachfolger würde, als Bundespräsidentschaftskandidat nominiert. Und mit der Mehrheit in der Bundesversammlung zum Bundesrpräsidenten macht. Nun ist er zwar mächtigster Mann im Staat, aber keine Gefahr mehr für die Kanzlerin.

Doch was will Wulff als Bundespräsident erreichen? Noch als Kandidat hielt er sich weitestgehend bedeckt, was seine Ziele sind, er beschränkte sich lediglich auf Händeschütteln. Bei seiner ersten Rede als Bundespräsident, sagte Wulff das, was fast jeder neue Bundespräsident sagte: Er wolle Brücken in der Gesellschaft bauen. Ihm ist es wichtig, Verbindungen zu schaffen: zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen aus Ost und West, Einheimischen und Zugewanderten, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Arbeitslosen, Menschen mit und ohne Behinderung. Klingt als wolle er es Allen recht machen.

Sagte noch sein Vorgänger Köhler, er wolle ein unbequemer Präsident sein, vermisst man solche Worte bei Wulff. Besonders wichtig schien Wulff der Kampf gegen die Politikverdrossenheit zu sein. So verteidigte er die Parteien gegen Kritik. Die Parteien, so Wulff, und ihre Jugendorganisationen seien viel besser als ihr Ruf. Er wolle die Menschen dafür begeistern. Er muß es ja wissen! Führte ja die CDU-Jugendorganisation mehrere Jahre. Er, das Sinnbild, der die Politikverdrossenheit weiter forciert und die Kluft zwischen den Menschen und der Politik möglicherweise vergrößert, möchte genau das ändern. Doch Parteiforscher befürchten nun nach dieser Bundespräsidentenwahl eine neue Welle der Politikverdrossenheit. Schon bei der nächsten Landtagswahl z.b. in Sachsen-Anhalt im März 2011 könnten wieder weniger zur Wahl gehen.

Doch was tun?

Der einzige Ausweg heißt mehr Mitbestimmung auf allen politischen Ebenen. Den Bürgern kann durchaus zugetraut werden, auch in schwierigen Sachverhalten, eine Entscheidung zu treffen. Doch dafür ist ein Politikwechsel notwendig.

Mit der Schwarz-Gelben Koalition ist mit Sicherheit kein Politikwechsel und keine Verbesserung der Beziehung zwischen Bürger und Staat zu rechnen. Möglicherweise könnte ein Regierungswechsel zu Rot-Grün dafür sorgen, aber darauf verlassen sollte sich niemand. Vielleicht ist es besser, wenn sich die Menschen auf ihr Grundrecht der Demonstrationsfreiheit besinnen und ihr Recht auf politische Mitbestimmung auf der Strasse einfordern. Nur so könnte eine bessere Politik dauerhaft erreicht werden.

16. März 2010

Kirche im Dorf lassen. Ist nur die Kirche schuld?

Posted in Neue, Uncategorized tagged , , um 09:12 von thomassalomo


Kirche im Dorf lassen. Ist nur die Kirche schuld?

Kommentar

Der Missbrauch von Kindern ist in jeder Form abscheulich und grausam. Es scheint unfassbar das Autoritäten den in den letzten 40 Jahren Kinder und Jugendliche anvertraut wurden so lang schwiegen. Erst das Schwiegen und die Tabuisierung machte es noch schlimmer. Der Gedanke das, “das was nicht ist nicht sein darf„ zur gängigen Praxis erhoben wurde, ist so unerträglich wie die Missbräuche selber.


Doch wer glaubt nun eine „Generalabrechnung“ zu Lasten der Katholischen Kirche führen zu müssen der vergisst dass diese vielen Fällen von Missbrauch System hatten und das nicht nur bei Einrichtung der Katholischen Kirche. Wer hier nun mit erhobenen Finger auf die Täter und deren Institutionen zeigt oder es als Einzelfälle einzelner Einrichtung hinstellt irrt. Die Erziehung der 50 und 60’iger Jahre ist geprägt von Autorität und Gewalt. Gerade in Staatlichen Kinderheimen in den die „Fürsorgezöglinge“ beheimatet waren wurden systematisch mit Gewalt konfrontiert. Kinder und Jugendliche die nicht in den „guten“ gesellschaftlichen Kontext passten, z.b. „asoziale Züge“ an sich hatten also Schule schwänzen oder Alkohol tranken oder aus „zerrütteten Verhältnissen“ kam wurden in solche Heime für Fürsorgezöglinge untergebracht. So mussten Jugendliche auch unentgeltlich für Fremdfirmen arbeiten. Wer sich weigerte dem drohte Gewalt oder Einzelhaft. Diese Jugendliche wurden dann bis zu ihrem 21 Geburtstag in solchen Heimen„untergebracht“.
Dieser Missbrauch geschah mit staatlicher Genehmigung mit staatlicher Legitimation durch Gesetze geschützt Doch Missbrauch geschah nicht nur ein Staatlichen Einrichtung in den Fürsorgezöglinge untergebracht wurden, sondern auch in Institution der Katholischen und Evangelischen Kirche, wieder mit wissen und Unterstützung des Staates. Kontrolle gab es nicht und war auch nicht gewollt.
Doch Verantwortliche und Vertreter von Regierung versuchten Jahre lang das Thema zu unterdrücken. Erst als Vertreter der ehemaligen Heimkinder (Verein ehemaliger Heimkinder e. V. (VEH e.V.)) eine Petition im deutschen Bundestag einreichten musste sich die Politik die Jahrzehnte versuchte das Thema Tod zu schweigen annehmen.

Schon vorher gab es mehrfach Versuche das Thema Misshandlung in Fürsorgeeinrichtung zu Thematisieren, dies wurde immer wieder blockiert klein geredet oder vertauscht. Im November 2008 empfahl der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, einen Runden Tisch einzurichten, der die Geschehnisse in der Heimerziehung im westlichen Nachkriegsdeutschland unter den damaligen rechtlichen, pädagogischen und sozialen Bedingungen aufarbeiten sollte. Nach der Einreichung nahmen sich die politischen Vertreter nur sehr zögerlich bis ablehnend dieses Themas an, man wollte mit dieser Sache nichts mehr zu tun haben.

Doch Fakt ist Gewalt in der Erziehung war in den morbiden 50 und
‚60’iger Jahren ein legitimes Mittel welches gesellschaftlich voll
akzeptiert und toleriert war. Hier einer Institution allein die Schuld
zu weisen ist zu einseitig. Hier bedarf es einer gesellschaftlich/
Historischen Aufarbeitung über Erziehungs- Methoden in Deutschland.

9. März 2010

Brech Lyrik

Posted in Uncategorized um 16:17 von thomassalomo


Jünge Männer brechen, Frau steigt aus bricht, Lattenzaun bricht nicht, Baby bricht, Auto bricht nicht, Blümchen bricht nicht, Mann bricht, Kind bricht, doch Mast bricht nicht, Streichholz bricht nicht. Doch was gab es zu essen?

21. Januar 2010

Durchschnitt

Posted in Uncategorized tagged , , um 16:43 von thomassalomo


Durchschnitt

Kürzlich habe ich gelesen als es um Bewerbung ging:“ betonen sie ihre Eigenschaften und warum gerade sie der Richtige für den Job sind“. Wir müssen uns also hervorheben, absetzen von Anderen, wenn es z.B. um eine Bewerbung für einen neuen Beruf geht. Du musst eben besser sein als die Anderen. Und nicht nur da, auch in der Werbung werden wir immer wieder aufgefordert uns abzusetzen, hervorzuheben, anders zu sein als die Anderen. Gerade bei Kleidung sehe ich es sehr deutlich. Du mußt nicht nur schön aus sehen, sondern anders als die Anderen, dich hervor heben. Ist ihnen schon einmal aufgefallen, das eine der ersten Fragen wenn sie neue Leute kennen lernen ist „Was machst du so?“ Die Frage Zielt auf unseren Beruf ab. “ Also ich bin Arzt.. oh das ist ja Interessant“.
Kennen sie das auch?

Noch schlimmer finde ich die „Casting Shows“ Deutschland sucht den… sie wissen schon was ich meine, oder Germany Next Topmodel. Nur eine/r kann der Beste sein, eine/r hebt sich von allen Anderen hervor. Fast überall in unserem Leben geht es um besser, schneller, schöner sein. Muss es das wirklich? Also ich war noch nie irgendwo der Beste, natürlich habe ich auch oft versucht, sei es in der Schule oder Ausbildung. Gelungen ist mir das nur sehr selten. Mein Schulabschluss macht ich mit Gesamtnote Drei, Durchschnitt.

Bei mir ist fast alles Durchschnittlich, Kleidung, Bildung, selbst der Haarschnitt ist durchschnittlich. Was heißt Durchschnitt sein? Sich nicht von Anderen hervorheben, in der grauen Masse zu sein. Eben wie alle anderen zu sein, wie du und ich. Es ist völlig normal das wir uns wünschen anders zu sein, also einen besseren Job zu haben oder mehr Geld zu verdienen, uns hervor zu heben vom Rest der Leute. Solche Gedanken sind völlig normal, auch mir kommen sie.
Als Jesus seine Jünger aussuchte wählte er unter anderen Petrus aus, ein Fischer. Er war nicht Reich, hatte bestimmt kein großes Haus oder viele tolle Freunde, nichts was Petrus hervorheben könnte, er war Durchschnitt. Auch die anderen Jünger von Jesus waren im Grunde nicht besonderes. Es waren keine gebildeten Menschen die Studiert hatten, oder Ärzte waren. Es waren durchschnittliche Menschen. Später als Jesus oft vor Menschenmassen redete, sprach er nicht vor Studenten oder Gelehrten. Er sprach vor einfachen Menschen. Durchschnittlichen Leute, eben wie die meisten von uns. Doch die Botschaft die Jesus hat: Wir sollen uns von anderen abheben, in dem was wir tun, was wir sagen und wie wir unsere Geld verwalten. Anders sein, als Christen.Christ sein und sich hervorheben heißt nicht, du braucht ein besseres Auto, mehr Geld oder bessere Klamotten, sei Durchschnitt. Das Einzige was dich von anderen unterscheidet ist ein Glauben an Jesus.
Mag sein das du bei anderen menschen Durchnitt bist.
Aber in Gottes Augen bist du nicht durchschnittlich, Gott kennst dich beim Namen. Jesus weiß alles über dich und darum liebt er dich!

25. September 2009

Liebeskummer Gedicht

Posted in Uncategorized um 13:33 von thomassalomo


Liebeskummer Gedicht

A

Oh Liebe, du böses Gift. Welch Freude schenktest mir, welch Schmerz bereitest mir.

Kaum hats begonn, ist’s vorbei.

Welch kurzer Hauch vom süßen Duft, doch verwandelst sich in bitternes.

Kann mich nicht wehren gegen dich, doch brauche ich dich.

a

a

a

28. Oktober 2008

Mein Glaube der Kaktus

Posted in Uncategorized um 14:13 von thomassalomo


Wie halten sie es denn mit dem Glauben?

Viele von ihn würden auf die Frage glauben sie, mit ja natürlich antworten. Aber was heisst das zu glauben? Abgesehen davon das man von dem was man glaubt überzeugt sein sollte. Auch gibt es verschiedene Rituale. Wir Christen wir beten, lesen Bibel, gehen regelmäßig zum Gottesdienst, oder treffen ins mit glaubens Brüdern und Schwestern. Die Sache mit dem glauben ist nicht wie der Erwerb eines Titels, z.b. Berufsabschlußes oder Diplom. Das, wenn man es einmal hat nicht mehr verliert. Es ist eher wie der Erwerb einer Pflanze. Ich bekam, ich vermute mal es war der 17. Geburtstag, einen kleinen Kaktus geschenkt. Er war vielleicht etwa 10 cm hoch. Toll dachte ich, Kakteen braucht man nur selten gießen, schön. Also stellte ich den Kaktus oben auf den Schrank, sie ahnen vielleicht was passiert ist. Ich habe ihn völlig vergessen. Erst als ich anderthalb Jahre später auszog fand ich ihn oben auf dem Schrank wieder. Er war eingegangen. Selten gießen heißt nicht gleich niemals gießen.

So ist das auch mit dem Glauben. Man muss ihn gießen oder frisch halten, was dafür tun. Ich habe oft Zeiten da scheint mir der Glaube sehr fern und das nicht nur nach vergeblichen Gebeten. Dann aber habe ich auch Zeiten da fühle ich mich im Glauben wie auf Wolke sieben und könnte Gott den ganzen Tag um den Hals fallen.


Glauben heisst täglich gießen, z.B. Beten oder Bibel lesen oder Leute treffen. Natürlich ist das im Alltag nicht immer möglich durch Beruf, Familie oder andere Verpflichtungen. Viel zu oft lasse ich mich auch ablenken von verschieden Dingen, das gebe ich offen zu. Da läuft eine TV Sendung die ich gern ansehen möchte oder ich bin schon viel zu lang im Internet. Papst Benedikt beschreibt zum Thema Verführung in seinem Buch über Jesus von Narzeret. „Die Verführung versucht sich immer als wahre Realität aus zu geben.“ Und das stimmt, meist ist alles interessanter als Bibel lesen oder beten, stimmts? Mir gehts da genauso wie ihnen. Aber, vielleicht denken sie jetzt was soll ich da tun? Wie die Mönche fünf mal täglich beten? Jeden Tag eine Stunde Bibel lesen? Wenn sie das wollen, tun sie es.

Mal ehrlich die wenigsten von uns sind Mönche die das täglich als Teil ihres Tagesablaufes so durch führen können. Ich habe mir vorgenommen als ich Christ wurde täglich mehrere kleinere Gebete zu sprechen, vor den Mahlzeiten, auf den Weg zur Arbeit, in der Bahn oder vor dem Schlafen gehen. Ich weiß aus vielen Gesprächen das es wie man den Glauben „frisch“ hält sehr viele und unterschiedliche Ansichten und Meinungen gibt. Letztendlich müssen wir jeder für sich sein den optimalen Weg selber finden. Fragen sie doch mal ihre Brüder oder Schwestern in ihrer Gemeinde wie die es so halten.

Prinzipien, Konsequenz und die Frage was tun?

Posted in Uncategorized um 13:21 von thomassalomo


Sicherlich kennen sie das,“Kommt Zeit kommt Rat, oder die Zeit verändert einen, das Alter macht ein ruhiger.“
Stimmt, genau. Und wie die Zeit einen verändert. Man befindet sich im stehtigen Wandel, ich könnte ihnen garnicht genau sagen wann der Wandel anfing, er ist immer da. Ich glaube einer der vielen Wandel in meinen Leben fing ende 2001 an.
Ich zog mit ein paar Freundinen in ein zwei geschossiges Hinterhaus. Die beiden machten eine Ausbildung zur Altenpflege und ich ja ich… .

Zu dieser Zeit war gerade Erwebslos was mir aber nicht viel ausmachte da meine Gedanken mit einen viel schwierigeren Thema beschäftigt waren. Mit den 9/11 hatte ich die Entscheidung getroffen kein Wehrdienst zu absolvieren. Bundeswehr nein Danke, war mein Leitspruch. Und nun? Zivieldienst? Totalverweigern? Eigentlich wollte ich beides nicht. Ich hatte gelesen das auch Zivieldienstleistende im V-Fall (Verteidigungsfall) zur Bundeswehrunterstützung herangezogen werden können. Sie runzel jetzt bestimmt mit der Stirn, Verteidigungsfall? Wir haben doch einen stabielen Frieden. Stimmt. Aber mir erschien es inkonsequent wenn einerseits Nein zur Bundeswehr sagen und andererseits Zivieldienst anzufangen. Es war keine Frage der Stelle nach ein paar Telefonaten hatte ich zwei Zivieldienstellen wo ich hätte sofort anfang können. Es ging mir eher um das Prinzip. Das Prinzip der Konsequentheit. Aber gleich total zuverweigern?

Ehrlichkeitshalber muß ich gestehen dazu war ich zu feige. Das bedeutet, das man nichts von den Alternativen zum Wehrdienst antritt. Was da passiert? Man bekommt mehr mals Post mit der Aufforderung sich bei einer x-belibigen Kasserne zu melden. Wenn man immer noch nicht reagiert, stehen dann eines Tages die Feldjäger (Militärpolizei) vor der Tür und man wird verhaftet. Das ganze Endet dann mit Strafverfahren und Prozess, eventuell auch Gefängnis. Sie können verstehen das ich mir das ersparen wollte. Aber so einfach war das nicht.
Ich hatte ja noch das Image aus Schluzeiten vom lieben braven Schülers im Kopf. Ausserdem bewegte ich mich zu dieser Zeit in verschieden Linken Kreisen. So wie der Drang zu atmen hatte ich den Drang die Welt zuverbessern. Was sollte ich tun?
Aber das war wie ich erst viel später mitbekommen habe nicht mein einziges Problem.


16. März 2007

Ende des Revolutionäres Teil II

Posted in Uncategorized um 15:24 von thomassalomo


Ende des Revolutionäres Teil II

ANTIFA und 9/11


Schon seit ich 13, 14 Jahre alt war las ich Zeitung und machte mir über die Politik im Lande Gedanken. Wenn man sich mit einer Materie beschäftigt fällt einen schnell auf das es an verschieden Ecken klemmt.

Ich kann mich erinnern das ich mit 17 oder 18 Jahren eine Reportage über den RAF Prozess in Stammheim sah. Irgendwie faszinierte das Thema mich und ich kaufte mir das Buch „Baader Meinhof komplex“. Ich muß zu geben ich war vollends begeistert von diesem Buch.

Ich konnte mir lebhaft vorstellen das die `68 ger eine wilde Zeit waren. Auch von den Charakteren war ich begeistert. Nicht wegen ihrem Hang zur Gewalt vielmehr ihr Auftreten und Leidenschaftlichkeit imponierten mir. Das Buch regte mich auch zum nachdenken an über unsere Zeit.

Mir viel auf das wir nur Marionetten in diesem System sind. Das Wahlen nur aller 4-7 Jahre sind und der Bürger die Restliche Zeit die Klappe zu halten hat. Das schrieb ich in einem Papier, einer Art Pamphlet.

Das Buch „Baader Meinhof komplex“ hat schon in mir leicht den Revolutionär geweckt. Natürlich gehört es sich für einen „Revolutionär“ auch dementsprechend zu Kleiden. Ich kauft mir ein Schwarze Kapuzen Pullover schwarze Jeans und Springer Stiefel. Unter Autonomen wäre ich vielleicht gar nicht aufgefallen. Ein paar Jahre später wollte ich dann auch Aktiv werden. Nach etwas suchen landete ich bei der ANTIFA (Linke gegen Rechtsextremismus, eigentlich gegen alles) Ich ging regelmäßig zu den Info Plenums wir Sprachen und diskutierten über Nazi Aktivitäten und über mögliche Aktionen. Meisten blieb es auch dabei. Ich kann mich noch dran erinnern das eine Nazi Demonstration anstannt. Wir überlegten wa wir tuen könnten ausser Transpi malen. (Transparent) So kamen wir auf die Idee das der Nazi Trott unter einer Brücke hinweg zog. Wir könnten also alle in Eimer Sch…. . Sie können sich denken was wir uns überlegt hatten. Zum Glück blieb es nur bim Gedanken machen. Da dort nur „Gelabert“ wurde war es für mich schnell langweilig ich wollte nicht nur Politische Diskussion ich wollte, Aktion.

Dann kam der 9/11.

Ich kann mich noch gut daran erinnern. Es war Dienstag ich war Vormittags einkaufen, kam zurück und schaltete wie üblich den Fernseher ein. Meist sah ich Nachrichtensender. Ich muss wohl kurz nach dem beginn der Live übertragen ein geschaltet haben. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand was eigentlich geschehen ist, nur das ein Tower brannte. Also machte ich mir etwas zu essen

2001 war auch das Jahr in dem ich meine Schulische Ausbildung beendet hatte und mir sich die Frage stellte Wehrdienst oder Zivildienst? Drei Jahre zuvor in der 10.Klasse war ich zwei Tage in Hannover zum Einstellungstest bei der Bundeswehr. Damals hielt ich es für die beste Alternative. Ich glaubte der Werbung der Bundeswehr von Ausbildung, Abenteuer und Karriere. Aber schon auf der Rückfahrt von Hannover nach Dresden schossen mir die Erzählung meines Großvaters aus dem Krieg in den Kopf. Auch andere Fragen wie z.b.:“ Kann ich in eine Nachfolge Armee der Wehrmacht eintreten?“ Diese Fragen beschäftigten mich so sehr das ich ein paar Tage später wieder zum Wehrkommando ging und meine Bewerbung zurück zog. Die Bundeswehr hätte mir durchaus ein Job gegeben, vier Jahre hätte ich dort dienen können. Das wäre bis 2003 gewesen.

Da durch das ich nach der Schule gleiche eine Ausbildung anfing stellten sich mir die Frage ob oder ob nicht zur Armee erstmal nicht, denn ich war Freigestellt.

Als, ich mir etwas zu essen gemacht hatte ging ich in das Wohnzimmer zurück und sah das der zweite Tower brannte. Der Sender wiederholte wie ein Flugzeug in den Tower stürzte. Und schnell war klar das dies kein normales Unglück war. Ich war mehr als geschockt. Ich schrieb mein Bruder eine SMS in das World Trade Center ist ein Flugzeug eingeschlagen! Er war wohl etwas erstaunt über diese Nachricht und schrieb mir zurück. Ich bin gerade daran vorbei gefahren und da war nichts!

Natürlich war da nichts. Ich meinte das New Yorker Wolrd Trade Center und er das das Dresdner WTC.

Angesichts der Bilder war ich ziemlich durch den Wind. Etwas später ging ich zu meiner Ex Mitbewohnerin zum Kaffee. Es muss wohl ein skurriler Anblick gewesen sein, drei Menschen und eine Katze bei Kaffee und Zigarette sehen sich die brennenden Tower an. Ich weiß noch wir überlegten wer so etwas machen konnte, als der erste Tower in sich zusammen fiel. Da war Totenstille im Raum, keiner sagte etwas und uns liefen die Tränen ins Gesicht. Etwas später ging ich völlig Paralysiert nach Hause und konnte das was ich sah kaum fassen.

In der Nacht waren mir noch die Worte vom Bundeskanzler Schröder, der uneingeschränkten Solidarität in den Ohren. Aber die Worte von George W. Bush dem Präsidenten der USA und seine Rede vom Angriff auf die gesamte Zivilisierte Welt verdeutlichten mir was kommen musste. In der Nacht war mir klar das konnte nur Krieg bedeuten wer so etwas abscheuliches und unvorstellbares tut, schwört Krieg herauf. Ich kann mich noch genau erinnern das ich noch niemals soviel Angst hatte. Ich betete wohl zum ersten mal zu Gott er möge einen dritte Welt Krieg verhindern, so viel Angst hatte ich.


In den Wochen darauf verdeutlichte sich meine Vermutung das es Krieg geben wird. Nach dem 9/11 war mir klar, Wehrdienst Nein Danke. Wenn Schröder sein versprechen von uneingeschränkter Solidarität hält, steht Deutschland an der Seite der USA im Krieg.  Am 7. Oktober 2001 wurde meine Vorahnung bestätigt, die USA griffen Afghanistan an. Mit dem beginn des Afghanistan Krieges reichte ich meine Kriegsdienst Verweigerung ein. Ich begründete dies zu 90% mit dem Folgen des 9/11 und den Afghanistan Krieges. Er wurde anerkannt.

Der 9/11 ist nicht nur für 3000 Tote Amerikaner und eine Traumatisierte Nation ein Schicksalstag, sondern auch für mich. Der 11. September 2001 ist der Tag an dem Ich zu Pazifisten wurde.

Ende Teil II

9. März 2007

Ende des Revolutionäres Teil I

Posted in Uncategorized um 17:48 von thomassalomo


Ende des Revolutionäres Teil I


Als Kind hatte ich das Image des lieben braven Jungen der nicht böses anstellt. Sie könnten nun denken, ok ist doch schön. Eben nicht, ich hab es gehasst der immerfort der liebe Junge zu sein. Ehrlich gesagt ich hab die anderen Jungs aus meiner Klasse schon fast beneidet wenn sie ein Klassenverweise bekamen. Was hab ich nicht alles angestellt um auch einen zu bekommen. Zum ersten mal hab ich es in der fünften Klasse versucht.

Ich baute einen Papierflieger, keinen normalen versteht sich. Dieser Papierflieger war etwas besonderes, er hatte eine Nadel an der Spitze und war mit Leim in der Mitte verstärkt. Natürlich musste er fliegen können, das tat er auch, traf er meine Lehrerin, fast. Es gab Geschrei ihrerseits und Ärger. Nur kein Verweis.

Die Jahre kamen und gingen und die Bestrebung meinerseits auch. Ab der siebenten Klasse haben wir auf den Gang in der Schule Fußball gespielt. Manchmal musste ich meine Klassenkameraden dazu motivieren. Einmal gab ich ein Pass zu einem Freund und er zog mit voller Wucht vom Leder ein steiler Schuss und…, gut kein Tor aber die Neon Lampe an der Decke hatte ihre besten Zeiten hinter sich und viel in tausend Stücken zu Boden. Natürlich war eine Lehrerin nicht weit. Der Schütze hatte danach ziemlich Stress, Ärger mit der Klassenlehrerin, selbst der Direktor lies es sich nicht nehmen mit dem Schützen zu sprechen. Die Lehrerschaft wollte natürlich wissen wer noch alles Fußball auf dem Gang spielte, meine Name viel zwar aber, nichts. Der Glorreiche Schütze bekam einen Verweis.


Was glauben sie braucht man als Schüler einen Lehrer in den Wahnsinn zu treiben oder in aus flippen zu lassen? Noch eine Frage für was geben Pubertäre Jugendliche ihr Geld zum Jahresende aus? Richtig für Knaller. Kennen sie das, man stellt sich als Schüler hinter einer Ecke und erschreckt einen Lehrer? Wir hatten ab der achten Klasse etwas besseres entwickelt. Man nehme einen Blech Eimer einen Silvester Böller, kleine versteht sich, werfe den kurz bevor der oder die Lehrerin kommt in den Eimer und watet. Glauben sie mir die Pädagogen sind fast an die Decke gegangen. Ich hatte jedes mal das vergnügen das Schauspiel aus der ersten Reihe zu verfolgen, leicht unter den Tisch geduckt versteht sich. Die Lehrerin kam rein sah mich und mein Klassenkameraden leicht unter dem Tisch geduckt, wunderte sich bestimmt etwas und rums….. . Die gesamte Klasse konnte sich vor lachen kaum auf den Stuhl halten, erst recht nicht als die Lehrerin anfing zu toben.


Sie können sich bestimmt vorstellen das dass Geschrei und der Ärger noch größer waren als beim dem Lampen Schuss. Diese Aktion haben wir ich glaube drei oder viermal gemacht. Natürlich wusste niemand in der Klasse wie der Böller in die Schule kam, geschweige angezündet in den Eimer geworfen zu haben.

Einer ist immer der Dumme und muss für den Streich bezahlen, leider war ich es nicht, gut ich hatte nicht einmal die Idee, ich war nur der Motivator. Die Konsequenzen waren hart, Klassenverweis und Direktoren Verweis. Und als Zugabe durfte der Schuldige noch 14 Tage zu Hause bleiben, nur leider nicht für mich.


Was haben sie in der Schule im Winter, also wenn so richtig Schnee lag gemacht? Wir haben nicht nur unter uns mit Schneebällen geworfen, sondern vorzugsweise auf Lehrer. Uns war es dann auch zu verdanken das wir eines schönen Tages nicht mehr im Winter zur Hof Pause durften.

Ich glaube es war in der sechsten Klasse. Es lag Schnee. In unsere Schule hatte ein Gymnasium Räume in unsere Schule gemietet. Die Gymnasiasten pflegten in der Hof Pause Tischtennis zu spielen Sommer wie Winter. Eines schön Wintertages versammelten wir uns im Halbkreis um deren Tischtennisblatte und deckten sie mit Schneebällen ein. Selbstverständlich gab es wieder viel ärger und es gab die Order wenn draußen Schnee liegt, keine Hof Pause. Wir gingen trotzdem raus. Ein paar Jahre später durften wir auch bei Schnee wieder raus. Wie jede Schule hatten die Lehrer auch an unserer Schule Pausenaufsicht. So machten wir uns es zum Sport Schneebälle aus großer Distanz auf Lehrer zu werfen. Ich hatte dafür eine spezielle Technik Technik entwickelt. Ich warf den Schneeball aus einer großen Distanz, etwa 20 bis 25 Meter so steil das er direkt vom oben auf den Lehrer einschlug. Einmal landete ich einen Volltreffer, meine Kunst Lehrerin direkt in Dekolleté. Ich weiß nicht mehr ob sie es bemerkte wer auf sie schoss, sie war aber sehr erschrocken.

Natürlich durften wir im Winter im Hof keine Schneebälle werfen. Im Treppenhaus gab es ein Fenster von dem man eine sehr gute Sicht auf den Hof hatte. Unser Physik Lehrer hatte es sich zur Aufgabe gemacht alle Schüler zu notieren die das trotz Verbotes taten. Regelmäßig bekam wir dann vom unsere Klassenlehrerin die Rüge das wir keine Schneebälle werfen dürfen. Irgend wann war wieder Winter und auch er stand an sein Platz um die Schneeballwerfer zu notieren. So lies ich es mir nicht nehmen direkt auf sein Fenster zu schießen. Ich traf genau auf die Fensterscheibe. Die blieb zwar ganz aber er war so erschrocken das er vom Fenster ein Meter zurück sprang. Bei der nächsten Stunde mit unsere Klassenlehrerin gab es ziemlichen Ärger, wie sie sich vorstellen können. Leider nur verbal. Ich hatte immer noch das gute Jungen Image an mir.

In der Zehnten Klasse hätte es fast geklappt. Trotz das wir das Jahr 1999 schrieben und die Wende schon fast Zehn Jahre zurück lag hatten wir eine Lehrerin bei der einem sich das Gefühl aufdrängte das sie die Wende im Kopf noch nicht vollzogen hatte. Sie war Lehrerin für Geschichte und Gesellschaftskunde. Ihr Geschichtsunterricht war meines Erachtens noch sehr Rot gefärbt. So behandelten wir die Themen von 1900, also Weltwirtschaftskrise, 1. und 2. Weltkrieg, Nachkriegszeit nur aus Sowjetischer Sicht. Toll oder? Das gerade für unser Demokratieverständnis so wichtige Thema Nationalsozialismus behandelten wir in zwei Wochen in vier Unterrichtsstunden. Darauf sprach ich sie an. Ich warf ihr vor noch in alten Zeiten zu hängen. Ich wisse zwar nicht was sie vor der Wende gemacht habe aber ihrerseits sei alles noch sehr Rot geprägt. Darauf schmiss sie mich unter Gebrüll und der Androhung von Klassenverweis aus den Zimmer. Es hatte keine Konsequenzen für mich, da das Schuljahr fast beendet war und ich eh in der 10. Klasse kurz vor dem Schulabschluss war. Erst späte erzählte mir meine Klassenlehrerin das ich im Grunde Recht hatte mit meiner Kritik und es schon anderen Lehrern bereits auffiel. So hatte hatte ich auch die letzte Chance vertan jeweils einen Klassenverweis zu bekommen.

Ende des ersten Teil I

zum zweiten Teil

 

 

 

13. Dezember 2006

Auf ins Neue

Posted in Uncategorized um 16:14 von thomassalomo


Auf ins Neue

a

Ich bin mir sicher das dass jeder kennt, man hat das gefühlt man braucht etwas neues einen Tapeten Wechsel. So brauche auch ich es. Ich wohne seit Mitte 2002 in einer groß WG. Längere Zeit mit 16 nun noch mit 12 Leuten. Es ist oder war eine WG die Alternativ sein wollte, nicht so eine reine Zweck WG wie es so viele gibt. Doch nun brauche ich etwas neues. Wenn ich es mir recht überlege habe ich noch nie so richtig allein gewohnt. Naja gut drei Monate, wobei ich mich nie richtig wohlgefühlt hatte. Aber jetzt denke das es Zeit wird genau das Experiment allein wohnen zu starten, mit all seinen schönen und negativen Fassetten. Ich glaube und ich bin mir Sicher das Gott mir dabei hilft. Den er versorgt uns mit allen was wir brauchen.


Hier könnt ihr den Brief den ich an meine „Alte WG“ schrieb lesen. Der Brief beinhaltet warum ich ausziehe.


*XXX Name aus Datenschutz Gründen nicht genannt


Meine lieben Freunde,

die Zeit bringt immer Veränderungen mit sich davon bin ich nicht aus genommen. Die Zeit bringt auch Umbrüche mit sich. Solch ein Umbruch voll ziehe ich gerade. Ich bin mir Sicher das es Zeit wird neues auszuprobieren. Mit Gottes Hilfe neue Wege zu gehen und die Untiefen des Lebens neu aus zu loten.
Die Zeit bei euch war sehr angenehm und lehrreich. Es war auch für mich eine Herausforderung mit so vielen lieben Menschen zusammen zu wohnen. An die stundenlangen Diskussionen in der Küche werde ich mich noch lang erinnern. Die Entscheidung aus zu ziehen kam nicht spontan ferner ist sie gereift.


Natürlich war die Zeit bei euch auch manchmal anstrengend und nicht immer einfach. Doch die schöne Erinnerungen überwiegen. Der Prozess der Überlegung ob ich nicht ausziehen sollte begann mit XXX schleichenden Rückzuges. Im wesentlichen bemängelte er das es hier im Grunde keine Gemeinschaft oder Gemeinschaftlichkeit gibt. Als er das einst im Plenum sagt war ich empört darüber und auch sauer auf XXX.
Heute weiß ich nun, er hatte recht. Im Neuem Testament gibt eine Geschichte die mich lehrte nicht mit Zorn oder Wut zu reagieren. Die Schriftgelehrten holten Jesus zu einer Frau die Gesündigt hatte. Sie verlangten von Jesus er solle bestätigen das sie dafür Gesteinigt werden müsste, weil es das Gesetz so verlange. Jesus stand nun vor der Frau die gesündigt hatte und vor der Masse der Schriftgelehrten. Er kniete sich hin und zeichnete etwas in den Sand. Er überlegte etwas, stand auf sah die Schriftgelehrten an und sagte: „ Wer ohne Sünde sei, werfe den ersten Stein!“ Nacheinander gingen die Schriftgelehrten. Er half der Frau auf die Beine und sagt:“ geh und Sündige nicht mehr.“ Durch diese Geschichte habe ich gelernt Fehler oder Versäumnisse nicht nur bei anderen sondern auch bei mir zu suchen.


So will auch ich kein Stein werfen. Ich möchte weder anklagen noch verurteilen weil auch ich, sofern man von Fehler sprechen kann, diese auch selbst begann. Auch ich habe mich viel zu oft heraus gehalten aus der „Gemeinschaft“ Doch lasst mich erläutern was mir die lange Zeit bis Heute hier fehlte. Ich selber weiß bis heute nicht so genau was Gemeinschaft im zusammen leben bedeutet, was es beinhaltet.
Doch ich glaube es ist das Interesse am anderen, am Mitbewohner, am Menschen. Jeder von uns teilt das Schicksal des Anderen schon allein in dem wir miteinander wohnen. Wir teilen nicht nur Nahrung, Küche, Bäder und Geschirr wir teilen miteinander unsere Leben. Ich selber habe gemerkt wenn ich im Stress bin, Tags über unterwegs bin und erst spät zurück kehre, das dann das Interesse am anderen sehr minimal ist. Oft, so kreide ich mir selber an, habe ich mich all zu sehr mit meinen Dingen beschäftigt und wenn es einen selber nicht gut geht dann ist das Interesse am anderen erst recht gering. Nun, Heute kann ich Konstatieren zusammen leben heißt nicht die Auslegung im Sinne der Worte, ferner bedeutet dies für einander zu existieren. Leider ist das selten so. Ich will nicht leugnen das es kein Gemeinsam gab. Oft saßen wir in der Küche und diskutierten über Politische Themen oder sahen einen Film. Doch ist es mir zu wenig Gemeinsam, es ist zu Oberflächlich. Für mich ist das leider Zeugnis und ein Spiegelbild der Gesellschaft. Papst Benedikt sagte einmal:“ Wir laufen Gefahr in eine Diktatur des Relativismus zu geraden.“


Wirkliche Gemeinschaft ist nicht nur ein miteinander sondern ein füreinander. Miteinander, den gemeinsamen Weg beschreiten, füreinander, da sein in schwierigen aber auch schönen Phasen des Lebens. Paulus beschrieb im Ephesser Brief (4-15,NT) die Gemeinschaft so:“ Jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe, damit der ganze Körper überhaupt funktioniert. So bleibt er gesund und stärkt sich auch selbst, weil er von Liebe zusammengehalten wird“. Im Kap. 4-32 geht er noch weiter und schreibt:“Geht nett miteinander um, zeigt Mitgefühl und verzeiht euch gegenseitig, wenn ihr euch mal verletzt habt […].


Mir ist durch aus bewusst, das wir alle Architekten unseres eigenen Lebens sind. Jeder lebt für sich selber, so glaubt er, so glaubte es auch ich es. Was hemmt uns auf den anderen zu zugehen? Ist die mangelnde Zeit? Wo der Tag doch 24 Stunden hat. Oder vielleicht Angst vor Ablehnung? Ich weiß es nicht.


Seit ich zum Glauben gekommen bin habe ich Gewissheit das es Gemeinschaft geben kann wo es gegenseitiges Interesse und Fürsorge zu erleben gilt. Ich muss zu meinen bedauern sagen das es in der Gemeinde mehr Interesse am anderen gibt als hier. Doch will ich nicht anklagen oder verurteilen, sondern ich will ermutigen, diesem Brief zum Anlass zunehmen etwas zu ändern. Überlegt doch mal, ist es nicht besser wenn es Menschen gibt in der Gemeinschaft die echtes Interesse an dir haben, die dir helfen oder Rat geben? Interessiert es dich nicht was dein Nachbar den Tag über tut? Oder ob es ihm gut geht? Mir ist bewusst das wir alle viel beschäftigt sind. Doch stünde ich vor der Wahl etwas mit meinen Freunden zu unternehmen oder zu Arbeiten oder zu lernen, ich würde mich Heute für die Freunde entscheiden. Ihr sollt nicht gleich den ganzen Tag gemeinsam teilen, doch ein paar Stunden in der Woche oder am Wochenende wären gut. Auch wenn du glaubst dann noch weniger Zeit zu haben oder alles schwieriger wird. Doch ich sage dir es hat nur Vorteile. Es lebt sich besser. Nicht nur das du dich wohler fühlst, du kannst dir gewiss sein das du mit deinen leben und handeln mit all seinen Schwierigkeiten und Freuden nicht alleine bist. Ich selber weiß aus Erfahrung das der erste Schritt schwer ist. Doch es lohnt sich. So sag ich euch tut diesen Schritt. Sonst lebt ihr zwar weiter zusammen und doch lebt ihr alleine, dann könnt ihr auch gleich jeder für sich in eine ein Zimmer Wohnung ziehen. Ihr habt das Projekt genau aus diesem Grund gegründet um nicht nur so zusammen zu leben. Um gerade in Gemeinschaft zu leben! Anders zu leben als die unzähligen anderen Wohngemeinschaften! Vielleicht sind wir davon abgewichen, doch könnt ihr es noch ändern.


Wenn mich in den vergangen Jahren jemand fragte, sag, wo lebst du, dann erfüllte es mich stets mit Stolz zu erzählen mit wie vielen Menschen ich zusammen lebe und oft zeigte sich der Neid in den Gesichtern. Dieses Haus mit seinen Bewohnern ist etwas Besonderes, so etwas gibt es nur hier. Es sollte sich durch mehr auszeichnen als an der Zahl der Bewohner, so wünsche ich es mir.

Das ich nun gehe füllt mir einerseits mit Traurigkeit etwas vertrautes zu verlassen und doch erfüllt es mich mit Freude neues zu erleben. Ich weiß nicht was Gott für mich vorbereitet hat doch ich weiß das ich seinen Weg gehen werde und wenn es sein Wille ist hier fort zu gehen dann tue ich mit Freude. Freude nicht darüber hier weg zu gehen sondern dem Willen des Herrn und Weg zu folgen.

Ich komme zum Schluss, liebe Freunde. Freut euch! Lasst euch ermutigen und zurechtbringen! Seid eines Sinnes und lebt in Frieden. (2.Korinther 13-11)
Ich hoffe und wünsche mir das es diese Wohnprojekt noch sehr lange gibt. Ich wünsche euch und und jeden einzelnen Gottes Segen und Gnade. Möge der Herr euch behüten und für ewig bei euch sein.

In tiefster Verbundenheit

5. Juli 2006

Katastrophen gelassen nehmen.

Posted in Uncategorized um 15:52 von thomassalomo


Katastrophen gelassen nehmen.

a

Jeder kennt das man Plant ein Tag durch richtig schön strukturiert man glaubt man hätte an alles gedacht. Und dann, alles für die Katze. Ich könnte Hunderte von solchen Situation auf zählen, z.B. Heute, eigentlich wollte ich 1 Beitrag fertig schneiden (arbeite ab und zu beim Freien Radio) und zusätzlich noch ein Kommentar aufnehmen. Später dann ins Rathaus fahren zur Pressekonferenz, zurück ins Studio 2. Beitrag fertig machen. Natürlich ist nix geworden. Zufälligerweise hatte ich den Akku des Aufnahmegerätes ein paar Tage zuvor geladen und das Ladekabel ist gleichzeitig USB Kabel und das liegt zu Hause. Extra für ein Kabel 14 Km mit dem Fahrrad hin und her bei 30 Grad, naja mancher machts, ich nicht. Dann kommt hin zu das ich nur noch ein Tag Zeit hab, ok sag ich mir die Sonne scheint, was soll’s. Ich denk mir mit Gottes Hilfe schaff ich das.

Nun ich hab das Gefühl seit ich Christ bin nehme ich verschiedene Dinge lockerer (anglodeutsch: Cooler) solche Dinge heben mich nur noch selten an, oder gar nicht. Ich glaube ich habe mich bestimmte Dingen entsagt. Früher bin fast Panisch geworden wenn das Konto eher zu ende geht als der Monat. Heute sag ich mir Ok Gott sorgt für und lädt mir nur soviel Bürden auf wie ich vertragen kann. Er würde niemals jemand soviel aufladen das er zusammen bricht. Glauben heißt für mich alles ein Stück gelassener sehen

3. Juli 2006

Wie wird man Christ? Oder wer ist Gott?

Posted in Uncategorized um 20:13 von thomassalomo


 

Es begab sich, dass ich mich mal wieder mit einer Kollegin vom Malteser Katastrophenschutz, in dem ich auch (mittlerweile Ehrenamtlich) tätig bin, unterhielt. Ich wusste, dass sie sehr gläubig ist,ich hatte zuvor den einen oder anderen Witz darüber gerissen – über Kirche usw. Doch irgendwann interessierte es mich, das Thema Glauben. Sie erzählte mir verschiedene Dinge von Gott und Jesus. Und irgendwie begann es mich zu faszinieren, vielleicht war es meine angeborene übergroße Neugierde. Jedenfalls ließ mich das Thema nicht los, und ich wälzte das Internet durch.

Und Stück für Stück faszinierte es mich mehr, so als hätte ein Virus des Glaubens mich ergriffen. Einige Wochen später war ich wieder bei uns im Malteser Stützpunkt. Da fragte ich die Kollegin, ob sie nicht mal Zeit hätte auf einen Kaffee. Ich sagte ihr auch, dass ich mehr über das Thema Glauben erfahren möchte. Da war sie „baff“ und ziemlich erstaunt, so nach dem Motto: Du hast doch sonst nur Witze darüber gerissen. Und so trafen wir uns zum Kaffee.


Ich eröffnete ihr, dass mich das Thema Glaube seit geraumer Zeit beschäftigte, und dass ich gern mehr darüber erfahren würde. Natürlich war Jesus mir ein Begriff. Auch dass er gekreuzigt wurde und auferstanden ist, wusste ich schon, nur die Zusammenhänge nicht. Sie erklärte mir die Bedeutung des Kreuzes als neuen Bund zwischen Mensch und Gott. Dass Jesus für unsere Sünden gekreuzigt wurde. Das Kreuz ebnet uns mit Jesus’ Tod den Weg zu Gott, sozusagen als Brücke. Sie erzählte mir auch, wie sie dazu kam und was es für sie bedeute, zu glauben. Dass sie aus ihrem Glauben Kraft schöpft, dass sie jemand führt und behütet. Und dass sie im Leitungsteam des EC (Entschieden für Christus)-Jugendkreises ist.

So lud sie mich dorthin ein. Ich hatte natürlich keine Ahnung, was ein Jugendkreis ist, geschweige was man da tut. Sie erklärte mir zwar, dass sie zusammenkommen, um Lobpreis (Lobpreis?) und Anbetung zu halten, und dass jemand eine Art Predigt hält und sie gemeinsam essen. Ok, essen kannte ich, aber Anbetung und Lobpreis? Zum Abschluss, kurz bevor ich wieder ging, beteten wir noch zusammen, jedenfalls sie. Mir schossen nur Fragen und Gedanken durch den Kopf. Hände falten? Wie betet man eigentlich? Nummer wählen, Freizeichen abwarten, los quatschen? Ich hatte keine Ahnung. Aber es faszinierte mich immer mehr. Irgendwie beschlich mich ein Wohlgefühl, etwas angenehmes und warmes gefunden zu haben, was ich schon ewig suchte.

Schon Jahre zuvor war ich indirekt auf der Suche nach Glauben. Jedenfalls beschäftigten mich Fragen, die wohl jeden heimsuchen. Wozu bin ich da?

Was mache ich hier? Wo zu der ganze Sch… Jedenfalls überlegte ich schon, ob ich mal mit einem Pfarrer oder Rabbi rede. Rabbi deswegen, weil bei mir um die Ecke eine kleine Jüdische Gemeinde ist – und das ziemlich unauffällig in einem Laden. Nicht, dass es mir aufgefallen wäre, dass dort eine Jüdische Gemeinde ist. Nein ich hörte es bei Deutschland Radio Berlin, ganz nach dem Motto: „Mit Deutschland Radio lerne ich meine Stadt, in der ich seit 25 Jahren wohne, kennen.“

Ein Jahr zuvor lernte ich einen Mormonen Pilger/Missionar kennen, oder besser gesagt, er mich. Ich war gerade auf dem Rückweg nach Erlabrunn (zu dem Kapitel später mehr), saß im Zug und träumte so vor mich hin. Na ja, ab und zu belausche ich Gespräche, bzw. man muss sie zwangsläufig mit anhören. Jedenfalls stiegen zwei Typen ein, groß Schlank piekfeiner schwarzer Anzug, gegelte Haare, Sunnyboy Face. Mir fiel ein kleines Schild an ihrem Sakko auf, schwarz mit weißer Schrift. Ich erinnerte mich, dass ich das schon des öfteren gesehen hatte. Ich dachte an Vertreter für irgendwelchen Klimbim. Nach einer Weile muss wohl einer der Typen mitbekommen haben, dass ich ihn musterte und sprach mich auf Englisch-Deutsch an. Ich dachte erst, der Typ macht mich an. Er fragte: Woher kommst du, wohin gehst du, bist du oft unterwegs. Nur gut, dass es ein Regional-Express war und der keinen Speisewagen hatte, sonst wäre ich noch auf einen Kaffee eingeladen worden. Jedenfalls erzählte ich ihm, dass ich aus Dresden komme und nach Erlabrunn unterwegs bin. Ich sagte im nur nicht, dass ich da zurück vom Ausgang aus einer stationären Psychotherapie war, geht ihn ja nichts an. Er erzählte mir, er sei auf Mission als Mormone unterwegs. Dies sollen alle jungen Mormonen-Männer machen. Und er erzählte mir von sich und dass er aus den USA kam. Was ich schon krass fand: Collage fertig und auf Missionsreise gehen – und alles selber finanzieren. Wir plauderten noch ein wenig, bis sie dann aussteigen mussten. Zum Abschied gab er mir noch ein Buch mit dem Titel das Buch der Mormonen. Später begann ich das Buch zu lesen, dass es einen Typ in den USA gegeben hat, der irgendwelche Steintafeln fand? Irgendwie so, ich weiß noch, dass mich dieses Buch weder faszinierte noch ansprach.

Ein paar Wochen, nachdem ich mich mit meiner Kollegin vom Malteser Katastrophenschutz zum Kaffee traf, ging ich zum Jugendkreis. Nach meiner Art bin ich natürlich mal wieder zu spät gekommen, ich konnte ja nicht ahnen das die pünktlich anfangen. Ich selber bin eine zeitlang in linken Kreisen um herstolziert, da ist Pünktlichkeit nicht gerade eine Tugend. Gut, es waren nur zehn Minuten.


Ich betrat den Raum. Man saß in einen Viereck (ähnlich wie beim Morgenkreis im Kindergarten). Ich suchte meine Kollegin, fand sie auch und suchte mir ein Stuhl und setzte mich. Nach dem die Leute (meist junge Leute nicht älter als 22-23, dachte ich zumindest) ein, zwei Liedchen sangen, bekam ich eine Begrüßungkarte mit dem Text… ok, ich finde gerade die Karte nicht mehr. Noch nie zuvor bin ich so herzlichen, warmen und freundlichen Menschen begegnet. Viele sprachen mich während des Essen’s an und interessierten sich für mich. Nun, die Lieder waren zwar neu. auch das mit der Anbetung und dem Lobpreis, wobei es sich da um Lieder handelt, mit denen man Gott ehrt und dankt. Auch musste ich mir ein paar mal während der Predigt die Bibel aufschlagen lassen. Bei hundertden von Kapiteln den richtigen Absatz zu finden, das dauert. Mittlerweile habe ich den Jugendkreis lieben und schätzen gelernt und möchte ihn nicht missen. Schon allein der netten Freunde wegen. Auch wenn mittlerweile die Kollegin den Jugendkreis verlassen hatte, bin ich ihr sehr dankbar, dazu gekommen zu sein. Durch sie wurde vielleicht
die Grundlage meines Glauben gelegt, danke Doro.


Zu neuen Artikeln gehts hier lang > Klick hier


Aller Anfang…

Posted in Uncategorized um 19:47 von thomassalomo



Nun hab ich mich durch gerungen auch in den Kreis der Blogger zu gehen. Ich versuch einwing mein neues Leben als Christ öffentlich zu zeigen. Ich war bis vor 1 1/2 Jahren noch völlig Gott los. Mit Kirche hatte ich nix am Hut. bin nicht getauft, konnförmiert, nicht der gleichen.
Das hat sich im Februar 2005 geändert.

_uacct = „UA-1566413-1“;
urchinTracker();

%d Bloggern gefällt das: