7. Juni 2010

Lena Endprodukt und doch nichts anderes.

Posted in kommentar, Neue, Prinzipien, Wandel tagged , , , , um 15:49 von thomassalomo


Lena Endprodukt und doch nichts anderes.


Von Thomas Salomo

Waren noch vor Jahren Casting Shows und Pop Stars das Maß aller Dinge die uns sagten was ist In oder was ist Out. Zehntausende bewarben sich und setzten sich der demütigenden Fleischbeschau aus. Das System schien ganz einfach zu sein. Man bewirbt sich, meistert Runde für Runde, hat man Glück und vielleicht subjektiv betrachtet etwas Talent, wird man erkoren zum „Star“. Bohlen und Co ließen es sich nicht nehmen in diesem System unpassende, untalentierte Person mit noch unpassenderem Vokabular zu verabschieden.

Dem einfachen Geist versprach es ein Höchstmaß an Erniedrigungen und voyeuristischer Befriedigung. Doch wer immer noch bei Sinnen war und es bis jetzt geschafft hatte den privaten Fernsehsendern ein gesundes Maß an Distanz entgegen zu bringen, konnte sich nur mit Verweigerung und umschalten entziehen. Selbst Landesmedienaufsichten und der deutsche Presserat waren dem nicht gewachsen. Wer sich daran erfreute, bekam ein Casting Gewinner mit weißen Sunyboy Image, verklärtem Getto Charme, getrimmte neue Stars, eigentlich völlig degenerierte Persönlichkeiten, den sich die letzte Chance vor Harz4 eröffnete präsentiert.

Diese genau getrimmten, auf unser Bedürfnis, nach unseren inneren eigenen „möchte gern Popularität“ gezüchteten „neuen Stars“ haben selten eine größere Halbwertszeit als ein Obstkorb. In den Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit, Ellenbogengesellschaft mit dem Recht des Stärkeren können nicht alle mit halten. Für viele, gerade in den sozial schwächeren Milieu, sind Casting Shows die letzte Chance auch einmal „Promi“ zu sein. Wegkommen vom Sozialen Brennprunk, weg vom schlecht bezahlten Job. Oder überhaupt, zum ersten Mal eine richtige Perspektive haben.“Star“ sein das ist der Traum, den fast täglich Millionen vorn Fernsehzuschauern mit träumen.

Was brachte den bisherigen „Stars“ der ganze Rummel?


Seit 2002 läuft eine der Casting Show’s „Deutschland sucht den Super Star“. Zehntausende mögliche Kandidaten bewarben sich. Mehr oder weniger talentierte „möchte gern Künstler“ versuchten ihr Glück. Viel gepuscht, hoch gelobt, aufgeblasen zum Superstar. Alles haben wir erfahren, von der Kindheit bis zum Sieg in der Show, nichts blieb uns verborgen, der perfekte Seelen Striptease. Der nach intimen Geheimnissen lechzenden Zuschauer war immer vorn dabei. Das Ziel scheint immer das Selbe zu sein, aus nichts etwas Großes machen und dabei noch viel Geld verdienen. Hauptsache Geld verdienen. Auspressen wie Zitronen. Das letzte raus holen.

Nach kurzen Hype, mit Teenager Geschrei, Absturz, das Vergessen. Waren sie vorher in diversen Privat Tv Shows zu Gast, wurden von Sendung zu Sendung weiter gereicht, verliert sich irgendwann das Interesse am „Star“. Dann reicht es gerade noch so für Auftritte in drittklassigen Diskotheken oder beim „König auf Mallorca“. Kaum einer erinnert sich noch an Alexander Klaws, Elli Erl oder Tobias Regner. Die einst gefeierten „Stars“ sind so schnell wieder verschwunden wie sie kamen. Heute sind sie fast vergessen. Der Zirkus zog weiter, um uns neue „Stars“ zu suchen. Gern verschweigt der Zirkus uns die Gesetze der Musikbranche, wer schnell steigt fällt auch schnell. Dies galt schon in den Nachkriegszeiten und gilt bis heute.


Ist Lena Meyer-Landrut so anders als die Anderen Casting show Gewinner?


Natürlich geht es auch da um Geld, um viel Geld. Schon vor dem Gewinn des Eurovision Song Contest war Lena zum Hit Garant geworden. Ihre Single und das Album schafften es in kürzester Zeit auf die vordersten Plätze. Doch die Unterschiede zwischen Ihr und den Gewinnern der anderen Castings Shows der privaten Sender ist offensichtlich. Sie ist nicht nur Jung und gut aussehend, ist Natürlich. Keine die antrat um „Star“ zu werden. Doch hat die Abiturientin noch eine Zukunft, eine Perspektive? Für sie war es zwar nicht die letzte Chance etwas aus ihrem Leben zu machen. Doch was macht sie mit dem Stickmata Contest Gewinnerin? Nun wird sie wird immer die Grand Prix Gewinnerin bleiben, egal was noch passiert.

Sie ist ein Produkt, dessen Weg von „Schöpfer“ Stefan Raab genauestens geplant wurde. Auch das Ziel ist das gleiche wie bei den anderen Casting Shows, Geld verdienen, viel Geld verdienen, die totale kommerzielle Ausbeutung. Auch wenn es mehr Glück war als Kalkül den Song Contest zu gewinnen. Am Ende unterscheidet sie nichts von Bohlens Show Gewinner. In beiden Fällen sind es lebende Gelddruckmaschinen mit sehr kurzer Halbwertszeit. Ist es Lena’s Vorteil, dass sie den Contest gewann und Geschichte schrieb? Das sichert ihr zwar, dass sie nicht schnell vergessen wird, auch wenn sie in einem Jahr vielleicht aus den Musik Charts raus ist. Doch bleibt das geschaffene Produkt Lena. Die, die „Unser Star für Oslo“ war und den Eurovision Song Contest gewann. Am Ende ist sie ärmer dran als die DSDS Gewinner die sind vergessen, sie bleibt.

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