9. März 2021

Kulturminimalismus

Posted in Uncategorized um 15:58 von thomassalomo


Kulturminimalismus

Corona eine Chance für die Kulur?

(Von Thomas Salomo)

Seit einem Jahr nun ist die Corona Pandemie ein Teil unseres Lebens. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, nicht etwa Atomwaffen und andere Massenvernichtungswaffen sind die größte Gefahr des Menschen, sondern der Mensch selbst. Gänzlich ohne Waffen und Armeen, wird er für Andere und sich selbst zur Gefahr. Der Mensch, als größte Bedrohung gegen sich selbst.

Corona veränderte unser Leben, es verschiebt unseren Fokus, weg von alten Gewohnheiten vom Zusammenleben und definiert unser Zusammensein anhand Infektionszahlen, sieben Tage Inzidenzien und Totesfällen und anderen statischen Werten, gänzlich neu. Der Lockdown als scheinbar einzigste effektives Mittel gegen die Pandemie. Das gesellschaftliche Leben herunterfahren.
Kneipen, Bars, Restaurants, Theater, Opernhäuser, Festivals und jegliche Kultur ist eingestellt. Keine Konzerte oder Aufführungen, keine Kirmes oder Karneval. Selbst die Anzahl der Kontakte, also der Menschen die jeder im Laufe des Tages trifft, ist reglementiert. Teilweise nur eine weitere Person darf man treffen. Absoluter Kontaktminimslismus also.

Andererseits ist Minimalismus schon länger das Schlagwort der Urban Uperclaas, die immer wieder neue Möglichkeiten der Selbstoptimierung sucht und findet. Sein Besitz auf ein Minimum reduzieren, um sich von unnötigen Gesellschaftsbalast zu befreien, um sein Fokus auf das wesentliche zu lenken. Seine Villa mit tausenden Quadratmeter, gegen ein Tinyhouse mit nur 30 Quadratmeter eintauschen. Den SUV gegen ein E-Bike. Bio Hofladen, statt Aldi. Auch um Ressourcen und Umwelt gilt es zu schon. Es ist der Versuch sich selbst zu finden, in einer Welt die in der immer Höher, schneller, weiter gilt. In der nur Wachstum zählt. Minimalismus also, Zukunftsmodel der Enthaltsamen, als Statement. Prunk und Protz gegen Enthaltsamkeit und Minimalismus eintauschen.
In Zeiten von Corona und Lockdown, stellt sich auch die Frage nach dem Sinn von Kultur, so wie wir sie bisher erlebten. Wozu brauchen wir Kultur? Um sich Anderen gegenüber darzustellen? Um Aufmerksamkeit zu bekommen? Der heiteren Muse zu frönen? Dem scheinbar leichten Leben hinter zu senieren? Kultur als Katalysator der Gesellschaft. Kultur sollte uns erheitern, ablenken, kritisieren oder einfach nur zum Lachen bringen, sich auszutauschen, auszudrücken.
Wenn das nun alles nicht mehr so funktioniert, wie wir es kannten, was geht dann noch?
Müssen wir Kultur neu erfinden?
Corona zwingt uns nicht nur unser Konsum und unseren Umgang miteinander neu zu definieren. Auch Kultur auf ein Wesentliches reduzieren, auf ein Minimum. Wir müssen uns nicht nur die Frage stellen, was brauchen zum Überleben, um zu Leben, sondern was für eine Kultur können wir, und brauchen wir.
Kann Kultur abseits von realen Zuschauern und Applaus funktionieren?
Gerade in Zeiten der vernetzten Welt, in Zeit von Livestreams, wo alles, immer und überall verfügbar ist, könnte Kultur sich neu erfinden.
Oder ist es eher die Frage der Perspektive?
Konzerte, Bühnenaufführungen und Inszenierung als reine Internet Aufführungen, statt in Theater und Konzerhäuser.
Wenn also Kultur sich weg von Theatern und den klassischen Aufführorten ins Internet verlagert, braucht es dann noch diese?
Wenn Kultur sich als auf ein Wesentliches reduziert, kann das ganz neue Möglichkeiten bedeuten. Kulturminimalismus, weg von Masseninzinierungen und Massenproduktionen, hin zu individuellen kleinen Produktionen, individuell für jeden Zuhause am Computer.
Ein Kulturminimalismus, der auf das wesentliche reduziert ist. Es ist die einmalige Chance sich selbst zu reflektieren, sein schaffen und das des Ensembles, oder Hauses auf das wesentliche zu lenken. Kultur inszenieren ohne kommerzielle Druck, ohne das Damoklesschwert des Feuilleton. Denn Einschränkungen durch verschiedene politische Systeme, oder Kriege, waren schon immer Antrieb, Inspiration für neue Wege in der Kultur. Somit könnte die Coronapandemie auch eine Chance für die Kulurschaffenden sein, sich und die Kultur weiterzuentwickeln.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: